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Tödlicher Unfall an Bord: Staatsanwaltschaft stellt "Gorch Fock"-Ermittlungen ein

Zumindest strafrechtlich hat der tödliche Unfall einer Offiziersanwärterin an Bord der "Gorch Fock" keine Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat ihre Ermittlungen in der Sache eingestellt.

Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen nach einem tödlichen Unfall auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" eingestellt. Es hätten sich keine zureichenden Anhaltspunkte für strafrechtlich zu bewertendes Fehlverhalten von Verantwortlichen der Schiffsführung, Mitgliedern der Besatzung oder sonstigen Angehörigen der Marine ergeben, teilte Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Donnerstag in Kiel mit.

Eine 25 Jahre alte Offiziersanwärterin war im vergangenen November bei der Segelvorausbildung im Hafen von Salvador da Bahia (Brasilien) aus der Takelage gestürzt. Nach Medienberichten hatte die Kadettin sieben Mal auf- und abentern müssen. Ihre Mutter hatte Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung erstattet.

Nach dem Vorfall waren Vorwürfe über angebliche Schikane und unwürdige Rituale an Bord aufgekommen, die eine Kommission der Marine im Wesentlichen aber nicht bestätigte.

Die Offiziersausbildung auf der "Gorch Fock" ruht zurzeit, über die Zukunft des Segelschulschiffs ist bislang noch nicht abschließend entschieden. Marine und Verteidigungsministerium wollten unter anderem zunächst die Ergebnisse der staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen des Verdachts einer fahrlässigen Tötung abwarten.

kng/DPA / DPA