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Festnahme Er swipte, er flirtete, er wurde verhaftet: Dating-App überführt weiteren Kapitol-Stürmer

Der Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar
Der Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar. 
© Essdras M. Suarez / DPA
Im Chat berichtete er offenherzig über seine Teilnahme am Sturm des US-Repräsentantenhauses im Januar. Nun wurde der Texaner verhaftet. Ihm werden mehrere Bundesverbrechen zur Last gelegt.

Im Chat brüstete er sich damit, bei dem Sturm auf das Kapitol im Januar dabei gewesen zu sein. Er schickte Selfies, gab mächtig an. Er sei, schrieb er seinem Match in der Dating-App Bumble, "von Anfang an" dabei gewesen. Und: Er sei der Allererste gewesen, der mit Pfefferspray besprüht worden sei und das, "obwohl ich einfach nur da stand". Die Prahlerei wurde dem Texaner jetzt zum Verhängnis. Statt einer heißen Affäre brachte ihm die Chatterei einen Haftbefehl ein. 

Denn der Mann soll weit mehr als das getan haben. Laut Strafanzeige soll er bei dem Aufruhr in Washington ordentlich mitgemischt haben. Damals hatten Anhänger des Ex-Präsidenten Donald Trump das Gebäude gestürmt, zahlreiche Menschen wurden verletzt, fünf starben. Der Texaner soll, so die Anklage, an diesem 6. Januar mitnichten nur eine Randfigur gewesen sein. Neben mehreren Screenshots, in denen der Angeklagte im Chat mit seinem Dating-Match selbst von dem Tag berichtete, liegt dem FBI auch Filmmaterial vor, dass den Mann bei Angriffen auf Polizisten zeigt. 

Demnach hätten ihn Kameras dabei aufgezeichnet, wie er nicht nur Pfefferspray gegen Polizisten einsetzte, sondern auch eine Waffe, die aussehe, wie eine Metallpeitsche. Außerdem sollen in den sozialen Medien Bilder kursieren, die den Texaner ebenfalls mit seiner Ausrüstung zeigen. Zudem sei er mit seinem Mobiltelefon in Funkzellen eingeloggt gewesen, die im Kapitol genutzt werden.

Anklage in mehreren Punkten

Dem Texaner werden nun gleich mehrere Bundesverbreichen zur Last gelegt. Die Anklageschrift umfasst neben Angriff auf Polizeibeamte unter anderem zivilen Ungehorsam und Behinderung der Strafverfolgung. Der Mann soll sich zu den Anschuldigungen noch nicht geäußert haben. Er ist nicht der Erste, der aufgrund seiner Aussagen bei der Dating-App verhaftet wurde. Bereits im April wurde ein New Yorker festgenommen, der sich im Chat mit den Worten: "Ich habe das Capitol gestürmt!" gerühmt hatte. 

Sturm auf das US-Kapitol – ein Greenscreen-Fake?

Mitte Juli war erstmals ein an den Randalen Beteiligter zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Ein Gericht in Washington verhängte eine achtmonatige Gefängnisstrafe für einen 38-Jährigen aus Florida. Laut Gerichtsdokumenten hatte der Mann das Kapitol mit einem Rucksack betreten. Er gelangte bis zum Plenarsaal, wo er ein Foto von sich machte. Er sei jedoch "nicht persönlich an der Gewalt oder der Zerstörung von Eigentum" beteiligt gewesen.

Quelle: Business Insider, CNN

tpo

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