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North Carolina: Polizei lobt getöteten Studenten, der gegen Amokläufer kämpfte und Schlimmeres verhinderte

Bei einem Amoklauf an einer US-Universität sind zwei Menschen erschossen worden. Die Polizei lobte nun einen Studenten, der von dem Schützen getötet wurde. Er habe mit einem Angriff auf den Täter Schlimmeres verhindert.

Schüler trauern um getötete Studenten an Uni in North Carolina

Schüler trauern um die getöteten Studenten an der Universität in North Carolina

AFP

Zwei Menschen wurden bei einer Schießerei in einer Universität im US-Bundesstaat North Carolina getötet. Drei weitere wurden lebensgefährlich verletzt. Der Angreifer, ein 22 Jahre alter ehemaliger Student, drang mit einer Pistole bewaffnet am letzten Unterrichtstag in das Gebäude der University of North Carolina ein. Der Sicherheitsdienst schlug sofort Alarm und warnte die Studierenden.

Nur wenige Tage nach der Amoktat lobte die örtliche Polizei nun eines der Opfer und pries ihn als Helden. Der 21-jährige Riley Howell stellte sich laut US-Medienberichten dem Amokläufer in den Weg und versuchte, ihn zu stoppen. Dabei wurde Howell tragischerweise getötet. Der Polizeichef der Region Charlotte-Mecklenburg, Kerr Putney, sagte gegenüber Reportern, dass Howell durch sein Eingreifen durchaus Leben gerettet habe. Denn der junge Student habe die Schritte befolgt, die an Schulen und Universitäten in den USA bei Amokläufen oder "active shooter situations" trainiert werden: Rennen, Verstecken, Kämpfen.

Howell tat genau das, was die Polizei lehrt

"Er hat den Kampf mit dem Angreifer aufgenommen. Leider musste er dafür sein Leben geben, aber er rettete andere Leben", sagte Putney und fügte hinzu: "Er hat exakt das getan, was wir den Menschen beibringen (…) Entweder rennst du, versteckst dich oder du nimmst den Kampf mit dem Schützen auf. Weil er weder laufen noch sich verstecken konnte, tat er letzteres". Howell stürzte sich laut der örtlichen Polizei auf den Täter und zog seine Füße weg, als dieser einen Klassenraum betrat, berichtet der Sender CNN. Kurz waren die Sicherheitskräfte zur Stelle und entwaffneten den Schützen. Für Riley Howell leider zu spät.

Howells Familie beschrieb ihren Sohn als guten Freund: "Er war der Beschützer aller, stand immer für das ein, woran er glaubte und stärkte den Rücken derer, die Hilfe benötigten". Riley sei "schon lange ein Held gewesen und nun würden sie ihn mit so vielen anderen teilen". Er hatte vor, entweder zum Militär oder zur Feuerwehr zu gehen, schreibe sie weiter. Es war sein erstes Jahr an der Universität.

Der 22-jährige Amokschütze ist in zwölf Punkten angeklagt worden, darunter Mord und Mordversuch. Das Motiv des Täters ist noch unklar.

Quellen: CNN, "Time"

rw