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Vermüllung von Parks und Stränden: Räumt Euren Dreck gefälligst weg!

Zu Tausenden sitzen sie in Parks: Die lauen Frühlingsnächte locken viele Menschen zu Party und Grillen ins Freie. Doch statt hinterher aufzuräumen, lassen einige ihren Dreck einfach liegen. Eine Sauerei.

Elbe

Der Müll am Elbstrand ist nur der sichtbare Teil des Problems

Die Party scheint gut gewesen zu sein. Neben den üblichen Grillresten wie Folien, Plastikbesteck und Pappteller türmen sich "Wodka Gorbatschow"-Flaschen und Bierdosen. Pfand? Egal. Irgendjemand wird den schon wegräumen. Ein Hund steckt seine Nase in eine dagelassene Plastiktüte, ehe seine Besitzerin ihn eilig wegzieht. "Igitt, komm her", ruft sie. Jogger und erste Spaziergänger müssen sich ihren Weg durch den Müll am Elbstrand bahnen. Ein ganz normaler Sonntagmorgen in Hamburg. Eine Sauerei.

Die laue Frühlingsnacht lockte am Samstag tausende von Menschen nach draußen. Statt in der stickigen Wohnung zu hocken, wurde in Parks und öffentlichen Anlagen gegrillt und gefeiert. So wie am Hamburger Elbstrand. Die Övelgönne ist in solchen Nächten ein herrlicher Anblick. Der Strand, die Lagerfeuer, fröhliche Menschen - einfach eine schöne Atmosphäre. Doch der Kater kommt am Morgen danach.

Während noch vor einigen Jahren nach einer milden Nacht höchstens die Reeperbahn einer Kloake glich, ist dies mittlerweile auch am Hamburger Elbstrand der Fall. Der Sand sieht aus wie eine einzige Müllkippe. Dieses Phänomen gibt es leider in vielen großen deutschen Städten. Ob in Köln am Aachener Weiher, in München am Isarufer oder in Berlin an der Warschauer Brücke: Das hedonistische Partyvolk zieht ins Freie. Und hinterlässt einen Haufen Dreck.

Egoismus oder schlechte Erziehung?

Diese Entwicklung sagt viel über unsere Gesellschaft aus. Egoismus und Gleichgültigkeit nehmen anscheinend erschreckend zu. Nach mir die Sintflut, lautet die Devise. Oder ist es einfach nur schlechte , dass viele nicht in der Lage sind, ihren eigenen Dreck aufzuheben? Hallo, erwachsen werden! Jetzt räumt nicht mehr Mutti auf. Der Müll, der liegen bleibt, muss auf Kosten der Steuerzahler weggeräumt werden. Die Stadtreinigungen haben nach Partynächten alle Hände voll zu tun.

In Hamburg scheint um 10 Uhr morgens noch niemand auf die Idee gekommen zu sein, nach dem Rechten zu schauen. Die Mülleimer quellen über. Die Stadtreinigung weist via Twitter die Schuld von sich. "Wir sind nicht zuständig", heißt es dort. Es sei die Hamburg Port Authority für diesen Bereich veantwortlich. Dort konnte man sich nicht zur Zuständigkeit äußern. Behördenwahnsinn, während am Elbufer der Dreck zu stinken beginnt.

In den USA gilt null Toleranz gegenüber Müllsündern

Denn dass alle ihren Müll liegen lassen, ist eine Sache. Dass dies der Stadt offenbar egal ist, die andere. Es kann doch nicht sein, dass um 10 Uhr morgens eine touristisch hoch frequentierte Stelle wie der Elbstrand an der Övelgönne aussieht wie eine Müllkippe. Große Müllcontainer oder moderne Abfallsammelanlagen sucht man vergebens. Da sind selbst spanische Städte inzwischen weiter.

Wohin die Gleichgültigkeit der Leute führen kann, zeigen die USA. Dort herrscht in Parks und öffentlichen Anlagen nicht nur Alkoholverbot, sondern eine Null-Toleranz-Müll-Verordnung. Selbst bei einer weggeworfenen Kippe drohen Bußgelder von mehreren hundert Euro. Zudem werden die meisten Parks um elf Uhr gesperrt. Wollen wir das auch in Deutschland? Nein! Dann bitte, bitte räumt Euren Dreck auf.

Der Artikel ist drei Jahre alt, hat aber nichts von seiner Aktualität verloren.
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