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Haushaltsgeräte im Test Staubsauger mit Kabel und Akku enttäuschen Warentest – zu viel Dreck bleibt einfach liegen

Teppichböden fordern die Sauger heraus.
Teppichböden fordern die Sauger heraus.
© Urbazon / Getty Images
Die Experten von Warentest verschärfen die Testbedingungen. Nur zwei Kabelgeräte und ein Akkusauger können jetzt noch überzeugen. Die meisten Geräte scheitern an der Aufgabe, den fiesen Testschmutz aus dem Teppich zu bekommen.

Mit dem aktuellen Test ziehen die Akkusauger wohl nun endgültig an den Kabelgeräten vorbei. Der Grund liegt in der Änderung der Test-Bedingungen. Kabelgeräte können mehr Saugpower entfesseln, soviel, dass man den Kopf bei maximaler Leistung kaum noch über den Teppich bewegen kann, weil er sich buchstäblich festgesaugt hat. Damit ist nun Schluss. Die Tester drosseln die Leistung nun so, dass man das Gerät noch bequem bewegen kann. Das heißt, den Kabelsaugern wird die Leistungsspitze gekappt. Akkusauger haben dieses Problem nicht. Sie reinigen mit einer Kombination von rotierender Bürste und Unterdruck, auch bei voller Leistung sorgt die Bürste immer für einen angenehmen Vortrieb.

Leistung gekappt

Insgesamt sind die Testbedingungen strenger geworden. Nur zwei Kabelsauger und ein Modell mit Akku erzielten die Note Gut. Zwei Mal sogar nur knapp mit einer 2,4. Wie zu erwarten, bewältigen die Sauger einen glatten Hartboden besser als einen verschmutzten Teppich. Dort hatten die meisten Kabelsauger Probleme, Haare und groben Schmutz aus den Fasern zu bekommen. Aber auch bei den Akkusaugern bemängeln die Tester schlechte Ergebnisse. Hier kommt verschärfend noch hinzu, dass einige Geräte, zu viel des soeben eingesaugten Staubes hinten wieder ausstoßen.

Insgesamt sind die Tester mit der Akkuleistung nicht zufrieden. Wenn die Geräte im Test richtig hart arbeiten müssen, halten die Akkus kaum länger als zehn Minuten – manchmal auch nur sechs. Angesichts von Preisen um 500 Euro finden die Tester das dann doch enttäuschend. Noch ärgerlicher wird es, wenn die Akkus schnell an Kapazität verlieren. Ausgerechnet der Akku der sehr teuren Edelmarke Dyson verlor im Dauertest ein Viertel seiner Laufzeit. Über die Gründe kann man nur spekulieren, anzunehmen ist, dass der Akku keinen Puffer in der Kapazität hat, der seine Standfestigkeit erhöht, sondern die maximale Kapazität nutzt.

Nur drei gute Geräte 

Letztlich erhalten nur zwei Kabelsauger eine gute Note. Den Bosch BGC41XSIL – Note 2,1 – gibt es für 275 Euro und der Miele Boost CX1 Allergy SNCF0 erreicht 2,4 und kostet 279 Euro. Für Kabelgeräte sind das beides Preise am oberen Rand des Spektrums. Bei den Akkusaugern schneidet nur der Bosch BSS825CARP mit gut ab (2,4). Er kostet aber auch satte 600 Euro. Mangelhaft ist das Gerät von Xiaomi. Hier fragt man sich jedoch, warum man aus dem Programm des chinesischen Elektrogiganten ausgerechnet den kleinen Mini – einen besseren Polstersauger – für 100 Euro auswählt und ihn dann gegen Geräte der 500 bis 800-Euro-Klasse antreten lässt.

Man kann es auch anders machen

Ganz fair ist der Test natürlich nicht. Zum einen kann ein Test nicht den ganzen Markt abdecken. Geräte von Vorwerk fehlen etwa. Grundsätzlich könnte man auch Kabelsauger mit Rotationsbürsten ausrüsten. Die gibt es in "billig und einfach", dann treibt der Luftstrom die Bürsten an. Bei allen Saugern, die für Tierhaushalte ausgelegt sind, gehören sie zur Grundausstattung. Auch sie kämmen Haare besser aus dem Teppich und vor allem erlauben sie es, in diesem Test die maximale Leistung abzufordern, ohne dass sich die Bürste festsaugt. Damit hätten die Kabelgeräte im Test durchweg bessere Noten erzielt. Und dazu gibt es für einige Kabelgeräte die ultimative Sauglösung: An sie kann eine optionale Bürste mit eigenem Motor angeschlossen werden. Dann arbeitet der Kabelsauger so effektiv wie die Akkusauger – nur mit Turbopower.

Sind Sauger wirklich so schlecht?

Auch die Saugzeit der Akkugeräte muss man etwas relativieren. Richtig ist: Wenn die ganze Wohnung mit langflorigen Teppichen belegt ist und die dann noch von Hunden und Kindern massiv verschmutzt werden, geht einem Akkugerät die Puste aus. Wenn aber Hartboden mit etwas Teppichbelag gereinigt wird, halten die Sauger im Automatik-Modus weitaus länger als zehn Minuten durch. Wenn mit einem geladenen Akku begonnen wird, ist es uns noch nie passiert, dass wir die Saugsession wegen Stromnotstand abbrechen mussten. Die Tester stecken in einem Dilemma. Seit den 1960er-Jahren prüfen sie Staubsauger. Damit nicht alle Geräte nur sehr gut bewertet werden, werden die Bedingungen immer strenger. Irgendwann stellt sich für den Leser jedoch die Frage, ob die Kriterien nicht zu streng werden. Aus dem aktuellen Test kann er den Eindruck gewinnen, dass kaum ein Sauger etwas taugt. Das deckt sich zumindest nicht mit unseren Eindrücken im Alltag.

Den kompletten Test können Sie gegen Gebühr hier lesen. 

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