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Staubsauger: Eufy S11 Go – starker Akkusauger für 224 Euro

Saugen ohne Kabel? Das geht schneller und macht mehr Spaß. Aber die Frage bleibt: Stimmt die Saugleistung? Unser Praxistest zeigt, dass man auch mit einem günstigen Gerät kräftig saugen kann.

Der Eufy S11 Go  zusammengebaut für den Bodeneinsatz.

Der Eufy S11 Go  zusammengebaut für den Bodeneinsatz.

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Die Zukunft des Saugens gehört den Robotern. Aber ein Roboter ist leider nicht genug. Zu viele Stellen gibt es, an die die Geräte nicht herankommen. Außerhalb des Bodens arbeiten sie gar nicht, Polster und Simse können sie nicht saugen. Meist steht für diese Aufgaben noch ein Kabelsauger im Haushalt. Aber wenn der Roboter schon den meisten Dreck wegschafft, ist ein akkubetriebener Sauger eine verlockende Alternative. Er ist leichter, handlicher und man muss keine Kabel einstecken, wenn man etwas wegsaugen möchte. Einziges Problem ist der Preis. Die Geräte von Dyson kosten schnell über 600 Euro.

Gute Ausstattung bei attraktivem Preis 

Hier kommt unser Testgerät ins Spiel. Den Eufy S11 Go gibt es für 224 Euro. Mit einem zweiten Ersatzakku sind es 287 Euro. Mit beiden Batterien soll der Sauger 80 Minuten arbeiten. Von außen ähnelt der Eufy den teuren Geräten von Dyson, an einen Zufall mag man nicht glauben. Das Gerät wird in einem sehr wertigen und perfekt gepackten Karton geliefert. Und mit einer ganzen Menge Zubehör, wenn man bedenkt, dass der Preis nur 224 Euro beträgt.

Staubsauger: Eufy S11 Go – Saubermachen mit Akku-Power
Das ist alles im Karton des Eufy S11 Go. Hier die Version mit dem zweiten Akku. 

Das ist alles im Karton des Eufy S11 Go. Hier die Version mit dem zweiten Akku. 

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Mit dabei sind:

  • Bodendüse mit rotierender Walze, plus einer Ersatzwalze
  • Polsterdüse in mittlerer Größe mit rotierender Walze
  • kleine Polsterdüse
  • lange schmale Düse für Spalten
  • flexibler Verlängerungsschlauch
  • starres Verlängerungsrohr
  • Wandbefestigungen
  • Ladegerät

Der Umfang hat uns positiv überrascht. Nur das Ladegerät wirkt etwas einfach. Hier wird nur ein Kabel in den Akku gesteckt, eine Plattform mit Ladeschuh wäre netter. Die Verarbeitung und das Griffgefühl sind gut. Chinatypisch ist das Gerät blendend weiß. Für einen Staubsauger ist das vielleicht nicht die beste Wahl. Verarbeitung und Qualität gefallen, grundsätzlich sollte man aber nicht davon ausgehen, dass ein Akkusauger im Haushalt die gleiche Lebenserwartung erreicht wie ein hochwertiger Kabelsauger. Alle Teile sind dann doch etwas leichter und weniger haltbar ausgelegt.

Flexibler Haushaltshelfer

Der Sauger hat einen Pistolengriff, hinten wird der Akku eingesteckt, vorn können direkt Saugdüsen angesteckt werden. Dann ist das Gerät etwa 60 Zentimeter lang und sehr kompakt. Ideal, wenn man Polster oder das Auto reinigen will. Benutzt man die flexible Verlängerung kommt man auch an unzulängliche Stellen. Für die Bodenreinigung setzt man die starre Verlängerungsstange und die breite Rotationsbürste ein. Das Gerät liegt gut in der Hand und ist lang genug, dass es große Personen benutzen können, ohne sich zu verrenken. Nettes Detail: Die breite Bürste leuchtet mit LEDs den Boden vor sich ab.

Das Gerät bietet drei verschiedene Saugstufen. Wenn man die stärkste wählt, arbeitet der S11 Go mit 120 Watt und erreicht eine Saugleistung von eindrucksvollen 20.000 Pascal. Der Akku ist dann aber auch nach acht bis zehn Minuten leer. Das Gerät saugt nur, solange der Abzugsknopf gedrückt wird, so wird verhindert, dass der Akku im Leerlauf strapaziert wird. Wenn eine Wohnung bereits von einem Roboter gereinigt wird, sind acht Minuten volle Power für Nachbesserungsarbeiten oder das Beseitigen eines Malheurs sehr lang. In der Zeit kann man auch durchaus 50 Quadratmeter Boden gut reinigen. Bei normaler Verschmutzung. Wer mit dem Gerät eine große Wohnung saugen will, sollte den Powermodus mit Bedacht einsetzen. In den schwächeren Stufen hält das Gerät weit länger durch. Man kann auch das Gerät mit zwei Akkus ordern. Die Leistung eines Akkus beträgt 63 Wh.

Woher kommt Staub?

Die Saugleistung kombiniert mit der Rotationsbürste saugt alltäglichen Schmutz auf Hartböden sehr gut weg, unser leistungsstarker Kabelsauger kann es auch nicht besser. Das mehr an Power würde wohl erst bei extremen Verschmutzungen einen Vorteil geben. Positiv überrascht der Eufy auf Teppichen oder Teppichböden. Unser Meinung nach bringt eine Rotationsbürste auf weichen Untergründen immer mehr als eine reine Saugdüse, auch wenn dort der Motor stärker ist. Hier ist der S11 Go weit besser als viele Kabelsauger, da seine Bürste nicht vom Luftstrom, sondern von einem eigenen Motor angetrieben wird, so etwas bieten nur wenige Bodensauger. Auf langflorigen Teppichen bleibt die Luftstrombürste unseres Miele-Geräts regelmäßig stehen, die langen Fäden bremsen die Bürste aus. Das passiert bei dem kleinen Akkusauger nicht. Entsprechend schön durchgebürstet sieht der Teppich nach der Behandlung aus.

Vorteile bei punktuellem Einsatz 

Ein Akkugerät spielt seine Vorzüge nicht beim großen Hausputz aus. Wenn Wischer, Feudel und Bürsten bereitliegen, fällt der Aufwand, ein Kabel für den Sauger einzustecken, nicht besonders ins Gewicht. Ganz anders sieht es aus, wenn man spontan am Fenster im Bad Spinnenweben sieht oder eine vernachlässigte Ecke zwischen Couch und Kommode entdeckt. Dann dauert der Aufbau des Kabelgeräts immer länger als das eigentliche Saugen. Das geht mit dem S11 Go wesentlich flotter. Auch im zugestellten Ambiente ist das kleine Gerät leichter einzusetzen, weil man nicht Gefahr läuft, dass Saugschlauch oder Kabel Fotos und Vasen abräumen.

Einfaches Entleeren

Nicht so schön fanden wir zuerst die Lösung mit dem Ladegerät. Praktisch macht das aber nichts. Tatsächlich kann man so ein Standardladegerät bei einem Problem für wenige Euro nachbestellen. Zu bedenken ist auch Folgendes: Wird die Wandhalterung in ein Ladegerät verwandelt, muss der Sauger auch in dieser Halterung eingehängt werden und die muss in der Nähe einer Steckdose angebracht werden. So ist die Eufy-Lösung doch praktischer als auf den ersten Blick vermutet. Dass der Startknopf am Sauger nicht einrastet, schont den Akku, doch bei langen Saugsessions bekommt man einen lahmen Zeigefinger. Abhilfe schafft ein Haargummi.

Wie bei allen Saugern ohne Beutel kommt man beim Entleeren des Staubbehälters mit dem Schmutz in Kontakt. Das Entleeren funktioniert sehr einfach. Das Behältnis kann geöffnet werden, wenn es am Gerät befestigt ist. Man öffnet die Unterseite mit einem Clip und schüttelt den Schmutz in den Mülleimer. Man kann den Behälter auch vom Sauger lösen, wenn man dann noch den kleinen Filter entnimmt, kann das Bauteil komplett ausgewaschen werden. Wer auf die Idee kommt, mit dem Eufy seine Werkstatt oder die Ecken der Terrasse auszusaugen, wird übrigens enttäuscht. Ein Akkugerät ist kein Werkstattsauger. Die Rohre und das Innenleben sind kleiner, der Motor hat weniger Kraft. Späne und Blätter setzen die Maschine zu und wollen in mühseliger Kleinarbeit wieder entfernt werden.

Fazit

Von dem Eufy S11 Go wurden wir positiv überrascht. Wichtigster Punkt ist die Saugkraft. Der S11 Go schafft etwas weg und muss sich im normalen Einsatz nicht vor Kabelgeräten verstecken. Das ist kein Vergleich zu früheren Auto- oder Schreibtischsaugern. Im Alltag senkt das kabellose Gerät die Hemmschwelle. Der Sauger ist leicht und lässt sich sofort überall in der Wohnung einsetzen. Er ist eine vollwertige Ergänzung zu einem Saugroboter.

Bei einer kleineren bis mittleren Wohnung, die nicht übermäßig verschmutzt wird, kann man ihn auch als einzigen Sauger einsetzen. Man kann sich wertigere Schalter an den Verschlüssen wünschen, aber man muss den Preis im Kopf behalten. Für 224 Euro bietet der S11 Go ein sehr gutes Preisleistungsverhältnis. Der Dyson V11 hat einen stärkeren Akku, einen ausgeklügelten Automatik-Modus und mehr Features in der Bedienung – in der "Absolute Extra"-Ausführung kostet das Gerät im Dysonshop aber auch 799 Euro. Und auch mit abgespeckter Ausstattung nähert man sich 600 Euro.

Der zweite Akku von Eufy ist nicht besonders teuer, aber 63 Euro sind gemessen am attraktiven Basispreis doch ein deutlicher Aufschlag. Neben der doppelten Laufzeit, die man nicht benötigt wenn der Eufy nur als Zusatzgerät benutzt wird, bietet der Zweitakku vor allem ein Bequemlichkeitsplus. So hat man immer einen vollen Akku, auch wenn den Ladestand des Geräts nicht im Kopf behält. Sonst kann es leicht passieren, dass man zu einem Gerät mit fast leerem Akku greift und dann ausgebremst wird.

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