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Reinigung: Saugroboter: Das sollten Sie vor dem Kauf wissen

Saugroboter boomen. Inzwischen gibt es eine ganz Flut von automatischen Saugern in jeder Preisklasse. Aber nicht jeder Roboter eignet sich für jede Aufgabe. Diese Punkte helfen Ihnen bei der Auswahl.

Weniger Zeit für die Hausarbeit und mehr Zeit für die schönen Dingen - das versprechen die Saugroboter.

Weniger Zeit für die Hausarbeit und mehr Zeit für die schönen Dingen - das versprechen die Saugroboter.

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Saugroboter sind gefragt – denn sie machen die Hausarbeit deutlich leichter. Auch dieses Jahr wird der Absatz wieder um 30 Prozent zulegen. Und das ist kein Wunder. Viele neue Hausgeräte sind nur etwas schicker und smarter als ihre Vorgänger, doch der Saugroboter verspricht eine echte Ersparnis an – nerviger – Arbeitszeit.

Wo man zuvor mit dem klassischen Staubsauger selbst durch die Wohnung gehen musste, arbeitet der Roboter ganz allein. Am besten, wenn sich niemand im Haus befindet. Wo Sie sich platt auf den Boden legen mussten, um mit dem Saugrohr unter Bett und Couch zu kommen, wuselt nun eine kleine Scheibe mühelos umher.

Doch ein Roboter kann durchaus 1000 Euro kosten, ein Kauf will also gut überlegt sein. Diese Kriterien werden Ihnen helfen.

Muss es Premium sein?

Saugroboter sind teuer. Einen guten Staubsauger mit Kabel kann man für unter 200 Euro bekommen, die Topgeräte unter den Saugrobotern kosten 800 Euro und mehr. Doch es gibt auch günstigere Alternativen. Auch von Markengeräten können Sie die Vorgängergenerationen deutlich billiger bekommen – sie kosten zwischen 400 und 600 Euro. Sie sind eben nicht ganz so smart, navigieren nicht so elegant und legen vermutlich auch keine Karten der Wohnung an.

Deutlich billiger sind Asia-Geräte, die unter den verschiedensten Handelsnamen angeboten werden. Für bescheidenere Ansprüche reichen auch sie aus. Wer eine Zwei-Zimmer-Wohnung ohne Kinder und Haustiere bewohnt, kann sie auch von einem Sauger der 200-Euro-Preisklasse reinigen lassen.

Die teuren Geräte bieten nicht nur mehr Gimmicks, sie saugen in der Regel auch besser.

Bei einer großen Wohnung mit langflorigen Teppichen, einem direkten Zugang zu einem Garten und womöglich noch einem haarenden Hund, raten wir von einem billigen Gerät ab, dann sollte man nicht sparen.

Wie häufig wollen Sie sich die Finger schmutzig machen?

Wer als Single in einer Etagenwohnung mit glattem Parkettwohnung lebt, produziert wenig Schmutz. Entsprechend wenig sammelt der Roboter auf. Mit flusenden Teppichen und vielen Haaren von Tieren und Menschen in der Wohnung sieht das anders aus, der kleine Schmutzbehälter ist dann täglich voll und will ausgeschüttet werden. Das ist stets mit Staub und Schmutz verbunden. Wenn Ihnen das zu eklig ist, müssen Sie sich nach einem Sauger mit Dockingstation umsehen. Diese Geräte laden an der Basisstation nicht nur den Strom auf, auch ihr kleines Dreck-Depot wird entleert. Der Schmutz landet im größeren Auffangbehälter der Station. Beim neuen Flaggschiff von Roomba sogar in einem Beutel.

Doch es gibt nur sehr wenige Modelle am Markt, die Ihren Schmutz so hygienisch entsorgen. Die Auswahl ist also gering.

Wie empfindlich sind Sie und Ihre Einrichtung?

Neue und teure Geräte verfügen über bessere Sensoren. Sie erkennen Wände und Möbel besser und ecken nicht so leicht an. Frühere Generationen saugen vielleicht auch ganz ordentlich, schrammen aber auch mal an Wand und Möbeln entlang. Manche Geräte befreien sich durchaus mit Gewalt aus einem Engpass. Auf Dauer hinterlässt das Spuren.

Wenn Sie das vermeiden wollen, müssen Sie sich genau nach den verbauten Sensoren und der Sensibilität des Geräts erkundigen. Ein allzu vorsichtiges Gerät, das Ecken und "gefährliche" Stellen meidet, macht dort auch nicht sauber.

Tendenziell gehen die aufwendigen und teuren Geräte schonender mit der Einrichtung um.

Wollen Sie spezielle Zonen schützen?

Gibt es bei Ihnen Bodenregionen, auf denen der Roboter nichts zu suchen hat, etwa weil dort Ihre leichten Vorhänge in Wellen auf dem Boden liegen? Oder weil es Kinderzonen gibt, in denen der Robbi nicht das Spielzeug einsaugen soll? Dann müssen Sie in ein Gerät investieren, das einen Plan der Wohnung anlegt, in dem Sie per App No-Go-Linien anlegen können. Brauchen Sie derartige Zonen nicht, sind die Bodenpläne ganz nett anzusehen, aber eigentlich verzichtbar.

Reagieren Sie allergisch auf "Chaos"?

Ein "smarter" Roboter misst den Raum aus, versteht den Grundriss und arbeitet ihn dann systematisch ab. Typischerweise werden zuerst die Ränder gereinigt und dann wird die Fläche Reihe für Reihe abgefahren. Auf einem Teppich zeigen sich später die exakten Linien der Saugbahnen. Ein günstiger Roboter ist nicht so klug. Er reinigt den Raum nach einem chaotischen Zufallssystem. Dafür braucht das Gerät etwas länger, letztlich wird er aber doch jeden Fleck absaugen. Doch manche Käufer nervt das chaotische Vorgehen. Gehören Sie dazu, müssen Sie ein klügeres und teureres Gerät kaufen.

Prüfen Sie Ihre Problemzonen

Bevor Sie entscheiden, welcher Roboter zu Ihnen passt, sollten Sie klären, ob Sie selbst Roboter kompatibel sind. Sollten Sie gern alles Mögliche auf dem Fußboden liegen lassen, wird das eine schwierige Beziehung. Ob Legosteine, Taschentücher, Schnürsenkel von Schuhen oder Handykabel: Der Roboter saugt alles gnadenlos ein. Und: Er verschluckt sich daran und bleibt lädiert auf dem Boden. Danach müssen Sie mit spitzen Fingern oder einer Zange die kleinen Legosteine wieder rausoperieren oder die Senkel von der Bürste abrollen.

Ein großes Problem sind auch Haare, die so lang sind, dass sie sich um die Bürsten wickeln – egal ob von Mensch oder Tier.

Je strukturierter und ordentlicher es auf dem Boden aussieht, umso besser kommt der Roboter zurecht.

Prüfen Sie, ob sich unüberwindliche Hindernisse in der Wohnung befinden. Dann müssen Sie darauf achten, dass Ihr Gerät solche Hindernisse bezwingt. Denn auch teure Geräte können an langflorigen Teppichen und Türschwellen scheitern.

Gibt es leere Stunden in der Wohnung?

Am besten arbeitet der Roboter allein, in den Stunden, in denen sich kein Mensch in der Wohnung befindet. Die kleinen Dinger machen nämlich ganz schön Krach und werkeln je nach Größe der Wohnung auch lange vor sich hin. Wer dabei am Schreibtisch arbeiten will, wird das als sehr störend empfinden. Wer solange im Büro sitzt, freut sich über die gesäuberte Wohnung.

Ersetzt der Roboter den klassischen Staubsauger?

Klare Antwort: Jein. Ein guter Roboter reinigt auch einen Teppichboden gut. Die Experten der Stiftung Warentest bemängeln zwar die geringere Saugleistung, in der Praxis macht ein Roboter dieses Manko aber durch Fleiß weg. Startet der Roboter täglich, saugt er in der Woche zwischen sieben und zehn Stunden – während Sie mit dem klassischen Sauger eine halbe Stunde investieren. Aber der Roboter kommt nicht überall hin, er kann keine Polster und keine Vorhänge absaugen. Sie werden also weiterhin einen zweiten Sauger benötigen.

Wie viele Roboter benötigen Sie eigentlich?

Da Beste an einem Saugroboter ist, dass er vollkommen selbstständig die Wohnung reinigt. Das funktioniert aber nur, solange Sie auf einer Ebene leben. Treppen oder auch nur eine Stufe im Haus kann kein Gerät überwinden. Für jede Ebene, die selbstständig und regelmäßig gesaugt werden soll, benötigen Sie ein eigenes Gerät. Sonst müssen sie den Roboter regelmäßig von einer Ebene auf die andere

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