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Kabellose Handstaubsauger: Akkusauger bei Warentest - acht von zehn Geräten können nicht saugen

Dieser Test beweist: Akkusauger sind rausgeschmissenes Geld. Sie können kaum saugen, machen viel Krach, und nach kurzer Zeit geht ihnen die Puste aus. Auch die Testsieger überzeugen nicht.


Auf glatten Böden saugt der Dyson ganz gut - aber  nur acht Minuten lang.

Auf glatten Böden saugt der Dyson ganz gut - aber  nur acht Minuten lang.

Der Chef des Marktführers für Roboterstaubsauger iRobot, Colin Angle, verriet uns im Interview, dass klassische Sauger mit Kabel und Stecker aussterben werden. Nicht nur die Zukunft, auch schon die Gegenwart gehöre den Robotersaugern und mit betriebenen Geräten. 

Stiftung Warentest sieht das nicht so optimistisch. Bei den Robot-Geräten waren die Tester generell von der Saugleistung enttäuscht, nun wurden Akkusauger getestet. Das Ergebnis ist verheerend: Von zehn Geräten fielen acht mit "mangelhaft" durch. Das desaströse Ergebnis ist auf die Hauptdisziplin zurückzuführen: Die Dinger können nicht saugen.

Das Meiste bleibt am Boden

Beim Test kam heraus, dass die Akkugeräte jeder Menge Dreck zurücklassen. Das Problem dabei: Die dicken und oberflächliche Fusseln werden entfernt, für den Kunden sieht der Teppich sauber aus - aber sobald nachgemessen wird, kommt die Wahrheit ans Licht.

Im Testfeld gibt es große Unterschiede, das Testgerät mit dem Label "Grundig" konnte nur 22 Prozent des Schmutzes aus einem Teppich entfernen, der BBH7320K schafft gute 86 Prozent - so viel wie ein Kabel-Gerät. Einziges Problem: Wenn der Bosch auf voller Power läuft, ist der Akku nach 15 Minuten leergesaugt. Das ist auch für ein kleines Appartement reichlich knapp bemessen, zumal die Laufzeit bei einem älteren Akku abnehmen wird.

Viel der Sauger eignen sich nur dazu, im Auto den Aschenbecher leerzusaugen. Spart man an der Power, um die Laufzeit zu erhöhen und ist zugleich der Staubbehälter auch nur zum Viertel gefüllt, sacken die Saugergebnisse weiter ab. Der Dirt Devil schafft es dann nur, lächerliche sechs Prozent des Schmutzes aufzunehmen, beim sind es zehn Prozent.

Die schwache Saugleistung der akkubetriebenen Motoren führt zu zwei Kardinalproblemen. Nummer eins: Grober Schmutz bleibt liegen, weil der Sog nicht stark genug ist. Nummer zwei: Bei der Kombination von Tierhaaren und Teppich kapitulieren fast alle Geräte. Anzunehmen ist, dass es bei menschlichem Haar nicht besser gehen wird.

Nach acht Minuten ist Schluss 

Auch die Hochpreis-Edel-Marke Dyson bekleckert sich nicht mit Ruhm. Bei maximaler Leistung ist der funkelnagelneue Akku nach acht (!) Minuten leer. Anders als bei Handwerkergeräten ist bei den meisten Akkusaugern für den Laien kein Akkutausch möglich. Während man bei einem Boschschrauber mit einem Handgriff einen Zweitakku einsetzen kann, muss der Sauger in die Werkstatt, wenn der Akku getauscht wird.

Das sind noch nicht alle schlechten Neuigkeiten. Nicht allein, dass die Sauger kaum saugen, sie machen richtig Krach. Die kleinen Biester sind lauter als ein großer Bodensauger. Die übelste Eigenschaft: Sie blasen den Feinstaub hinten wieder raus und verteilen ihn in der Wohnung. Ein guter Bodensauger verfügt über ein gestaffeltes System von mehreren Filtern. Schon der Beutel wirkt als Grobfilter, dazu kommen mehrere feine Filter-Vlies-Einsätze. Bei sehr guten Saugern wird zusätzlich ein Hepa-Reinluftfilter verbaut. Problem: All die Filter hintereinander drücken die Saugleistung. Darum verzichten die schwachen Akku-Geräte auf diese aufwändige Filterkaskade.

Lange Mühe - wenig Wirkung

Die getesteten Akku Sauger sind ein schlechter Witz. Selbst die besseren Geräte halten gerade eine Viertelstunde durch, wenn sie mit voller Kraft betrieben sind. Noch absurder wird es bei den schlechten Geräten: Einen Sauger, der nur acht bis zehn Prozent des Dreckes aufnimmt, benötigt kein Mensch. Vor allem nicht, wenn er den Feinstaub, den er aus dem Teppich holt, wieder in die Luft bläst.

Einziger Vorteil der Akku-Geräte ist, dass man sich das Hantieren mit der Schnur erspart. Diese kleine Erleichterung müsste man aber mit viel längerem Saugen ausgleichen, um ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen. Dann sollte man allerdings das ganze Wochenende für das Saugen reservieren, da man die Akkus nach einer Viertelstunde Betrieb ja wieder aufladen muss.

Das Ergebnis kann nicht verwundern. Ein neuer Bodensauger nach EU-Norm nimmt 900 Watt auf. Schaut man auf Preise und Gewicht der E-Bike-Akkus von Bosch, müsste ein Staubsauger, der diese Leistung eine Stunde ohne Kabel lang aufbringen soll, einen vier Kilogramm schweren und 700 Euro teuren Akku besitzen.

Wenn es doch ein Akkus-Sauger sein soll, kommen nur die beiden "Testsieger" in Frage, die immerhin mit "befriedigend" abgeschnitten haben. Der Bosch Athlete Ultimate BBH73260K kostet stolze 400 Euro, der zweitplatzierte Dyson V8 Absolute sogar 500 Euro. Diese Geräte sind auch die einzigen im Test, die mit Haaren fertig wurden - wenn auch nur wenige Minuten lang. 


Den ganzen Test können Sie hier gegen eine Gebühr einsehen. In der Datenbank der Warentester können Sie auch gute Staubsauger finden - mit Kabel.