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Versöhnungsessen in Berlin: Mit schwäbischen Linsen gegen den "Spätzle-Krieg"

Berliner und Schwaben - eine Hassliebe, die seit Jahren gefplegt wird. Ein landwirtschaftliches Institut nimmt dies zum Anlass für eine PR-Aktion und hofft auf einen prominenten Schwaben-Kritiker.

Auf den Spätzle-Krieg folgt ein Versöhnungsessen: Bei Spätzle und original schwäbischen Linsen sollen sich kommenden Donnerstag Schwaben und Berliner annähern. Das zumindest ist der Plan mehrerer Agrar- und Kulturorganisationen, die zu einem "Friedensessen" in die Prinzessinnengärten nach Kreuzberg einladen. Auf der Gästeliste steht nach Angaben der Organisatoren auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Wolfgang Thierse (SPD), der Schwaben in Berlin fehlendes Anpassungsvermögen vorgeworfen hatte.

Nicht immer ernst gemeinte Auseinandersetzungen zwischen Berlinern und Schwaben hatten wiederholt für Aufsehen in der Hauptstadt gesorgt. Unter anderem hatten Unbekannte in Prenzlauer Berg eine Statue von Käthe Kollwitz mit Spätzle beworfen.

Anlass der Versöhnungsessens ist die Ernte der schwäbischen Alblinse, die die Zukunftsstiftung Landwirtschaft auf dem "Weltacker" an der Havel anbaut, sagte am Donnerstag eine der Organisatoren, Cecilia Antoni. Die Linse galt lange Zeit als verschollen. Erst seitdem sie ein Biobauer aus Baden-Württemberg in einer russischen Samenbank entdeckte, wird sie wieder in Deutschland angebaut.

"Wir wollen die Linsen erst zusammen ausdreschen und dann kochen", sagte Antoni. Sie rechnet mit 50 bis 100 Teilnehmern. Ob Thierse ebenfalls dazustößt, sei derzeit allerdings noch unklar.

ono/DPA / DPA