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Video "Ihr habt Millionen Ukrainern geholfen, aber schafft keine 20.000 Afghanen?"

STORY: Ein Jahr nach dem endgültigen Abzug westlicher Truppen aus Afghanistan und der Machtübernahme durch die Taliban verspricht die Bundesregierung den im Land verbliebenen früheren Ortskräften der Bundeswehr weiter eine Ausreise nach Deutschland. Man lassen sie nicht zurück, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) der "Bild am Sonntag." Bisher seien 15.759 afghanische Ortskräfte und Familienangehörige nach Deutschland gebracht worden. In Berlin trafen sich am Samstag Afghanen, die für die Bundeswehr gearbeitet haben, aber nicht verstehen können, warum Familienangehörige oder andere Ortskräfte bisher nicht in Sicherheit gebracht wurden. "Ich habe zehn Jahre lang als Wachmann im Lager Marmal in Mazar-e-Sharif gearbeitet, gemeinsam mit meinen drei Brüdern. Vor sieben Monaten bin ich allein nach Deutschland gekommen bin, meine Kinder blieben dort. Bitte bringt sie hierher. Sie haben niemanden, der sich um sie kümmert. "Meine drei Kinder haben viele Probleme. Ich muss Tag und Nacht an sie denken. Wie mir geht es Tausenden meiner Kollegen, meinen Brüdern, meinem Volk, dem leidenden afghanischen Volk. Deutschland hat Millionen Ukrainern geholfen, aber schafft keine 20.000 Afghanen? Was ist der Grund dafür?" Ein Grund seien bürokratische Hürden, glaubt Marcus Grotian, Ex-Soldat und Leiter des Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte. "Das Ortskräfteverfahren muss überarbeitet werden. Wir haben immer noch viele Menschen, die nie eine Chance haben, eine Aufnahmezusage zu kriegen, obwohl sie für uns gearbeitet haben. Das finden wir äußerst bedrückend. Die Menschen, die in Afghanistan sind, müssen schnell evakuiert werden. Und wenn man es nicht selber macht, dann muss man uns dabei endlich unterstützen. Es gibt einen UN-Bericht, da wurden von 160 Exekutionen berichtet. Die Leute, die sich bei uns nicht mehr melden, die sind tot. Das ist ganz schrecklich. Aber wir konzentrieren uns zurzeit auf die Lebenden. Und die Verantwortung, für die Toten, die tragen andere, nicht die, die versuchen, sie zu retten." Nach Angaben der Bundesregierung sind die Evakuierungen nicht abgeschlossen. Diejenigen, die nicht in Frage kommen, werden allerdings über ihren ehemaligen Arbeitgeber über die Möglichkeit informiert, in Deutschland Asyl zu beantragen.
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In Berlin trafen sich am Samstag Afghanen, die für die Bundeswehr gearbeitet haben, aber nicht verstehen können, warum Familienangehörige oder andere Ortskräfte bisher nicht in Sicherheit gebracht wurden.

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