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Video "Kann so nicht weitergehen": Bundesnetzagentur kritisiert hohen Gasverbrauch

STORY: Es ist kalt geworden, in Deutschland. Da drängt sich die Frage auf: Wie steht es aktuell um den Gasverbrauch der Menschen im Land. Die Bundesnetzagentur habe keine guten Nachrichten, so deren Präsident Klaus Müller am Donnerstag. Wie ist die Lage? "Die ist so, dass wir eine sehr kalte Septemberwoche erlebt haben und das hat leider dazu geführt, dass zu viele private gewerbliche Heizungen angesprungen sind. Wir haben im Vergleich zu den Vorjahren im Durchschnitt 14 Prozent mehr Gasverbrauch gesehen. Wir müssen aber um 20 Prozent runter. Und darum sind das erst mal keine guten Zahlen für die Versorgungssicherheit in Deutschland." In der vergangenen Woche sei im Vergleich zu den Vorjahren sogar überdurchschnittlich viel Gas verbraucht worden, so Müller. "Das ist jetzt die erste wirklich ernste Heizwoche in diesem Jahr gewesen. Wir haben einen wahnsinnig warmen Sommer erlebt, darum sind die positiven Augustzahlen mit niedrigen Verbräuchen nicht wirklich aussagekräftig. Und es sind jetzt 20 Millionen Entscheidungen, die die nächsten 180 Tage getroffen werden müssen. Jeden Morgen muss jede Familie, jeder Haushalt neu diskutieren, um Gaskosten zu sparen. Um solidarisch mit der Industrie zu sein, muss auch der private Verbrauch sinken. Und darum kann ich nur deutlich appellieren, so wie die letzte Woche war, kann es und darf es nicht weitergehen." Mit Blick auf die Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 mahnt Müller zur Vorsicht. "Über keine der beiden Pipelines ist Gas nach Deutschland oder Europa geflossen. Das heißt, für die Versorgungslage hat dieses Ereignis keine Auswirkungen gehabt. Es gab Irritationen an den Börsen. Ich gehe davon aus, dass die sich wieder beruhigen. Aber jetzt ist natürlich Vorsorge angesagt. Es gibt durchaus Pipelines, die für uns wichtig sind. Es gibt Flüssiggas-Anlagen, eine Gasenergie-Infrastruktur und die muss gut geschützt sein. Und ich bin dafür, den Preis der Sicherheit lieber jetzt zu zahlen, als wenn es zu spät ist." Die Industriekunden haben Müller zufolge ihren Verbrauch im August um 22 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Vorjahre gesenkt. In der vergangenen Woche habe sich die Entwicklung fortgesetzt.
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Der Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller ruft nach einem gestiegenen Verbrauch Haushalte und Gewerbe zum Gassparen auf.

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