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Video Sven Lehmann: Erster Queer-Beauftragter der Regierung

(KORRIGIERT WURDE DER NAME DER O-TON-GEBERIN. ES SPRICHT GUDRUN FERTIG, NICHT MANUELA KAY.) Die deutsche Bundesregierung hat erstmals in der Geschichte einen Queer-Beauftragten: Sein Name lautet Sven Lehmann und er gehört den Grünen an. Unter anderem kämpft er nun dafür, dass Kinder in Zukunft mehr als zwei Elternteile haben können und dass der Schutzstatus für sexuelle Vielfalt im Grundgesetz verankert wird. Die Fachkenntnis für diese Themen kommt zum Teil aus der eigenen Biografie, wie der 42-jährige Bundestagsabgeordnete kürzlich in Berlin erzählte: "Und ich habe mich sehr früh auch für Gerechtigkeitsfragen und soziale Fragen eingesetzt und auch dann natürlich, als ich mich selber geoutet habe mit 22 und dort mein Mann kennengelernt habe, mit dem ich immer noch zusammen bin, habe ich auch gemerkt, wie unselbstverständlich das für viele Menschen ist, einfach sagen zu können: Ich liebe einen Mann, ich liebe eine Frau. Und deswegen war das für mich klar, dass ich mich für diese Themen einsetze. Ich mache das seit 20 Jahren und jetzt auch in der Bundesregierung." Gudrun Fertig ist Geschäftsführerin des queeren Berliner Stadtmagazins Siegessäule. Sie sieht die politische Entscheidung für einen Queer-Beauftragten in Deutschland absolut positiv: "Das könnte wirklich einen queer-politischen Frühling bedeuten. Man sieht es ja auch: Die Stelle wurde hinterlegt mit 70 Millionen Euro. Das ist nicht nichts und zeigt ja auch immer in der Politik eine gewisse Ernsthaftigkeit. Bin ich auch bereit, über die Öffentlichkeitswirksamkeit auch Geld in die Hand zu nehmen? Kann die Person auch wirklich was bewegen? Das kann er. 70 Millionen Euro für einen nationalen Aktionsplan ist wirklich etwas, womit man etwas umsetzen kann. Daraus schließe ich schon, dass es ernst gemeint ist. Ich schließe es auch, da bekommt Sven Lehmann von mir jetzt einfach auch ein bisschen Vorschusslorbeeren, aus seiner Biografie, aus dem, dass er wirklich weiß, worüber er da spricht. Das ist zumindest ernst gemeint ist." National wie international hat der neue Job von Sven Lehmann bereits für einige Aufmerksamkeit gesorgt: "Also, ich persönlich war auch sehr sehr überrascht davon, aber positiv überrascht, was das für ein Echo auch international ausgelöst hat, also in Frankreich, in den USA, in Spanien, ich habe überall her Zuschriften bekommen und so weiter. Der DFB hat sich zum Beispiel gemeldet und auch gesagt: Wir wollen auch in Sachen, was Vielfalt, Akzeptanz angeht, zusammenarbeiten. Also offensichtlich hat die Bundesregierung mit diesem Beschluss auch einen Nerv getroffen." Es ist also ein wichtiges und interessantes Signal, das von der Bundesregierung ausgeht. Sie zollt damit auch dem neuen Parlament Respekt, das deutlich jünger und vielfältiger ist als in den vergangenen Jahren. Aber laut Sven Lehmann, ist es durchaus noch ein langer Weg, bis das ganze Land in seiner bunten Vielfalt vertreten sein wird.
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Laut Sven Lehmann, ist es durchaus noch ein langer Weg, bis das ganze Land in seiner bunten Vielfalt vertreten sein wird. Aber wir sind auf einem guten Weg.

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