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Das Meer als Müllkippe Trächtiger Pottwal verendet vor Sardinien – so verheerend wirkt sich Plastik auf Tiere aus

22 Kilogramm Plastik haben Meeresforscher auf Sardinien im Magen eines toten Wals entdeckt.


In dem acht Meter langen Tier befanden sich Einwegteller, ein Schlauch und Einkaufstüten.


Auch Schnüre und eine Waschmittelverpackung hatte der Pottwal verschluckt.


Das unterernährte Weibchen wurde Ende März an der Küste des Urlaubsortes Porto Cervo angespült.


Laut Forschern der Organisation SEAME war es schwanger.


Der etwa zwei Meter große Fötus im Inneren der Mutter war bereits verwest.


Ob der Plastikmüll den Tod von Mutter und Baby verursacht hat, wird derzeit noch untersucht.


Doch immer wieder gehen traurige Bilder wie diese um die Welt:


Erst Mitte März war ein Schnabelwal an der Küste der Philippinen gestrandet.


In seinem Magen entdecken Forscher mehr als 40 Kilogramm Plastik.


Einen weiteren, erschütternden Fund gab es Ende 2018 in Indonesien.


Im Bauch eines verendeten Pottwals waren 6 Kilogramm Müll gefunden worden.


Darunter 115 Becher, 25 Tüten und mehr als 1000 weitere Plastikteile.


Wale und andere Meerestiere halten Plastik für Futter oder fressen es versehentlich.


Der Müll sammelt sich in den Mägen der Tiere.


Sie haben keinen Hunger mehr, fressen nicht und verenden.


Laut WWF seien mehr als 90 Prozent der Schäden an der Tierwelt auf Plastik zurückzuführen.


Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr allein eine Million Seevögel an den Folgen von Plastikmüll.


Im Jahr 2010 gelangten Forschern zufolge mindestens 4,8 Millionen Tonnen Kunststoffe ins Meer.


Mehr als die Hälfte des Mülls stammt aus nur fünf Ländern: China, Indonesien, Vietnam, Thailand und den Philippinen.


Hergestellt wird Plastik jedoch hauptsächlich in Kanada, Mexiko, den USA, Europa und China.




Das Plastik sammelt sich an fünf verschieden Orten im Meer. Diese sogenannten Müllflecken haben Nasa-Forscher berechnet.


Ein Ende der Müllmassen ist nicht in Sicht: Forschern zufolge werde sich die Menge bis 2025 verdoppeln, wenn kein grundlegendes Umdenken stattfindet.
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Immer wieder werden Wale mit riesigen Mengen Plastik im Magen gefunden. Zuletzt erschüttert ein Fall an der Küste der italienischen Urlaubsinsel Sardinien die Meeresforscher. Ein trächtiges Pottwal-Weibchen war verendet. Doch wo kommt der Plastikmüll her und warum landet er in den Mägen der Tiere?

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