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Weihnachten: Mahnendes in Ansprachen und Predigten

Eindringliche Worte vom Bundespräsidenten: In seiner Weihnachtsansprache hat Johannes Rau vor Sparzwängen bei "gesellschaftlichen Kernaufgaben" gewarnt.

Eindringliche Worte vom Bundespräsidenten: In seiner Weihnachtsansprache hat Johannes Rau vor Sparzwängen bei "gesellschaftlichen Kernaufgaben" gewarnt. Dazu gehörten Bildung und Gesundheit. Wenn man alle Lebensbereiche nur nach wirtschaftlichen Gesetzen forme, gerate man in eine Sackgasse. Die Schule sei kein Unternehmen, ein Krankenhaus "keine Gesundheitsmaschine". Laut Rau lebt die Gesellschaft nicht nur von Flexibilität und Wagnis, sondern auch von Solidarität und gegenseitigen Verpflichtungen.

Norddeutsche Bischöfe rufen zu Frieden auf

Zu Frieden in der Welt und Besinnung auf die religiösen Grundlagen der Gesellschaft haben die norddeutschen Bischöfe in ihren Weihnachtspredigten aufgerufen. "Die Menschen sollen wissen, was sie weltweit feiern: Die Erde und Gott gehören zusammen", sagte der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke. Die Kirche überlasse die Welt nicht den Kräften des Marktes oder einer Verweltlichung der öffentlichen Meinung. Von höchster Aktualität sei die Frage, welchen Platz die Menschen Gott in der Gesellschaft geben. Weihnachten bleibe ein Zeichen des Widerstandes gegen eine gottlose Welt.

Weihnachten bedeutet: "Wir sind nicht allein"

Nach den Worten des Hamburger Erzbischofs Werner Thissen bedeutet Weihnachten: "Wir sind nicht mehr allein. Gott ist uns ganz nahe gekommen". Viele Menschen kämen sich manchmal alleine vor, sagte Thissen in seiner Weihnachtsbotschaft. "Aber Sie sind nicht allein. Der ferne Gott des unendlichen Weltalls ist Ihnen ganz nahe in Ihrem Leben. Er ruft Sie beim Namen, er kennt Sie." Und jeder dürfe ihm am Weihnachtsfest sagen: "Hier bin ich, mit allem, was zu mir gehört an Lebensgeschichte und Lebensschicksal".

Schwache nicht im Stich lassen

Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat zu Weihnachten dazu aufgerufen, arme und schwache Menschen nicht im Stich zu lassen. "Weihnachtlich geht es zu, wenn niemand ausgeschlossen wird und auch die Ärmsten im Blick sind", so Huber in seiner Weihnachtspredigt im Berliner Dom. Die Weihnachtserfahrung mache gewiss, dass die Menschen bei Gott gut aufgehoben seien. Daraus könne Mut zur Zukunft und sogar Mut zu wirklichen Reformen wachsen.. "Unser christliches Leben muss erwachsen werden - wie ja auch Jesus, das Kind in der Krippe erwachsen wurde", forderte der EKD-Ratsvorsitzende. Die praktischen Vorschläge für das Erwachsenwerden lauteten "besonnen, gerecht und mit Achtung vor Gott leben". Dies meine aber nicht, unerotisch, spaßfern oder ungenießbar zu sein. Besonnen sein heiße, Vertrauen aufzubauen statt es zu zerstören, verlässlich zu sein und vom andern her zu denken.

Kinder sollten «Vaterunser» auswendig können

Kinder sollten nach Hubers Ansicht dazu angehalten werden, das "Vaterunser" auswendig zu lernen. Christen sollten "aufrecht und ehrlich" und nicht "schüchtern und leise" zu ihrem Glauben stehen, sagte Huber in seiner Weihnachtspredigt. Dazu gehöre auch die Lektüre der Bibel. Diese einfachen Formen des Glaubens seien Kindern zuzumuten, betonte der Bischof von Berlin-Brandenburg. Huber forderte zugleich die Rückkehr zu einer "Kultur wechselseitiger Achtung". Gute Manieren seien nicht nur Förmlichkeiten, sondern Ausdruck eines würdevollen Umgangs der Menschen untereinander. Zu den "guten Manieren" vor Gott zähle die Glaubwürdigkeit von Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft, betonte der EKD-Ratsvorsitzende in seiner Predigt.

DPA