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Oxford Dictionary "Goblin Mode" ist Wort des Jahres in Großbritannien – das bedeutet der Ausdruck

Goblin Mode
Keine Lust rauszugehen, stattdessen voll im "Goblin Mode"
© ridvan_celik / Getty Images
Erstmals durfte in Großbritannien die Bevölkerung über das Wort des Jahres abstimmen. Die Wahl fiel auf "Goblin Mode" – erneut zeigt die Corona-Pandemie ihre Wirkung.

Zum ersten Mal haben die Herausgeber:innen des Oxford English Dictionary, vergleichbar mit dem Duden in Deutschland, Internetnutzer:innen das Wort des Jahres wählen lassen. Die Wahl klar aus: Mehr als 300.000 User:innen stimmten ab, 93 Prozent votierten für den Ausdruck "Goblin Mode". Wörtlich ins Deutsche übersetzt bedeutet das so viel wie "Kobold-Modus". Aber was steckt hinter dem Wort?

Der Verlag Oxford University Press, welcher das Wörterbuch herausgibt, definiert den "Goblin Mode" als "eine Art von Verhalten, das kompromisslos selbstgefällig, faul, schlampig oder gierig ist, typischerweise in einer Weise, die soziale Normen oder Erwartungen ablehnt". Wer also in den "Kobold-Modus" schaltet, zieht sich zurück, schert sich nicht um die Außenwelt und handelt dabei womöglich sogar egoistisch oder rücksichtslos.

"Goblin Mode" ist Wort des Jahres – keine Lust auf gesellschaftliche Normen

Zum ersten Mal sei der Ausdruck 2009 online aufgetaucht, erklärte der Verlag. Populär wurde er jedoch erst in diesem Jahr – und zwar durch eine Fake-News: Im Internet machte eine gefälschte Schlagzeile die Runde, in der die Schauspielerin Julia Fox angeblich behauptete, ihr "Gomblin Mode" sei einer der Gründe für die Trennung von ihrem Ex-Freund Kanye West gewesen. Seitdem wurde das Wort in den sozialen Netzwerken immer beliebter.

Das hat natürlich auch mit der Corona-Pandemie zu tun. Während des Lockdowns war der "Gomblin Mode" für viele Menschen eine Art Normalzustand, weil sich jeder fast ausschließlich in seinen eigenen vier Wänden befand. So mancher konnte sich damit ganz gut anfreunden und wählt auch nach der Aufhebung der Maßnahmen von Zeit zu Zeit den Rückzug ins Private. Viele wollen nicht mehr die gesellschaftlichen Erwartungen, die vor der Pandemie noch normal waren, erfüllen.

Schon im vergangenen Jahr wurde das Wort "vax" (kurz für "vaccine", also Impfung) zum Wort des Jahres gekürt – damals noch von einer Jury des Universitätsverlags. Die Pandemie prägt also weiterhin unsere Sprache, und wenn man Sprache diese Wirkung zugestehen will, auch unsere Kultur. Auf Platz zwei landete "Metaverse" (virtuelle Realität) vor "#IStandWith" (Ausdruck von Solidarität auf Social Media).

Krisen prägen das Jahr

Der Wörterbuchverlag Collins, der ebenfalls jährlich das Wort des Jahres für Großbritannien kürt, wählte in diesem Jahr den Ausdruck "permacrisis", was so viel wie "anhaltende Krise" bedeutet. Der Verlag spielte damit auf mehrere gesellschaftliche Krisen an, die parallel laufen: Pandemie, Ukraine-Krieg, Klimakrise sowie die hohen Lebenshaltungskosten.

In Deutschland wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort des Jahres. 2021 fiel die Wahl auf "Wellenbrecher" als Beschreibung der Maßnahmen zum Brechen der Corona-Welle. Unwort des Jahres war "Pushback".

Quellen: Oxford University PressCollins

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