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Italien: 3000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet

Die knapp 3000 vor der italienischen Mittelmeerküste in Seenot geratenen Flüchtlingen konnten am Samstag alle sicher an Land gebracht werden. Und Schleuser nehmen Geld fürs Atmen.

Italienische Marine bringt Flüchtlinge an Land

Italienische Marine-Offiziere werfen Schwimmwesten auf ein überfülltes Fischerboot, das nahe der Küste Libyens im Wasser treibt

Bei einer dramatischen Rettungsaktion haben die italienische Küstenwache und die Marine knapp 3000 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Zwei Marineschiffe, die "Cigala Fulgosi" und die "Vega", konnten 507 beziehungsweise 432 Flüchtlinge von zwei Holzbooten bergen, die vor der libyschen Küste zu sinken drohten. Die Küstenwache rettete knapp 1000 Menschen von nicht seetauglichen Fischerbooten und Schlauchbotten. Die übrigen Flüchtlinge, die in der Nacht von Freitag auf Samstag in Libyen ihre gefährliche Reise begonnen hatten, wurden mit weiteren Patrouillenbooten in Sicherheit gebracht.


Nahezu täglich versuchen derzeit hunderte Menschen, von Afrika nach Europa zu gelangen. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Unglücken. Schätzungen zufolge starben in diesem Jahr schon 2500 Flüchtlinge beim Versuch, nach Europa zu gelangen.

Vergangenes Jahr kamen über 170.000 Flüchtlinge aus Afrika, dem Mittleren Osten und Südasien in den süditalienischen Häfen an. Die Zahl liegt in diesem Jahr bereits bei 104.000. Weitere 135.000 sind seit Januar in Griechenland angekommen.

2000 Euro für eine Überfahrt

Die Polizei in Palermo auf Sizilien teilte am Samstag mit, sie habe sechs mutmaßliche Schleuser festgenommen. Die aus Ägypten stammenden Männer sollen 432 Flüchtlinge auf ein Boot gepfercht haben. Die Menschen wurden am Mittwoch gerettet. Augenzeugen berichteten, viele Passagiere, auch Frauen und Kinder, seien unter Deck eingeschlossen worden. Für die Fahrt von Ägypten nach Italien hätten die Menschen pro Kopf 2000 Euro zahlen müssen. An Bord habe die Besatzung weitere Zahlungen von denjenigen verlangt, die kurz an Deck kommen wollten, um frische Luft zu schnappen.

jho / AFP
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