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Philippinen 38 Menschen sterben bei Fährunglück

Fährunglück auf den Philippinen
Die Bergungsarbeiten sind aktuell im Gange. Immer noch gelten 19 Menschen als vermisst.
© Robert Dejon/DPA
38 Tote und über 30 Vermisste. So lautet die vorläufige Bilanz eines Fährunglückes vor der philippinischen Küstenstadt Ormoc. Gerüchte über eine angebliche Überladung des Schiffes wurden dementiert.

Bei einem Fährunglück auf den Philippinen sind mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Über 30 Passagiere wurden am Donnerstag noch vermisst. Die "Kim Nirvana" sei mit knapp 200 Insassen auf dem Weg von der zentralphilippinischen Küstenstadt Ormoc zur Camotes-Inselgruppe plötzlich gekentert, teilten Küstenwache und örtlicher Katastrophenschutz mit.

Laut Rotem Kreuz konnten bis zum späten Nachmittag 118 Überlebende geborgen werden. Nach Angaben des Katastrophenschutzvertreters Ciriaco Tolibao sank die Holzfähre kurz nach ihrem Auslaufen aus dem Hafen von Ormoc. Berichte, wonach zu dem Zeitpunkt hoher Wellengang herrschte, wies ein Sprecher der Küstenwache später zurück. Die See sei ruhig gewesen, sagte Armand Balilo.

Einigen Insassen gelang es, sich an den Rumpf zu klammern oder ans Ufer zu schwimmen, andere wurden von Rettungsbooten aus dem Wasser gefischt. Die Suche nach möglichen weiteren Überlebenden sollte bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt werden. Am Nachmittag war nur noch ein kleiner Teil des orange-farbenen Rumpfs der "Kim Nirvana" zu sehen - etwa 200 Meter vor der Küste entfernt.

Unglücksursache noch unklar

An Bord der Fähre befanden sich laut Liste 173 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder. Ausgelegt war das Schiff für bis zu 200 Insassen, sagte Katastrophenschützer Tolibao. Die meisten Passagiere waren demnach kleine Händler, die die Bewohner der Camotes-Inseln mit Gemüse, Obst und Fleisch und anderen Bedarfsgütern versorgen wollten. Gerüchte, wonach die Fähre überladen war, wies Tolibao zurück.

Unklar war zunächst, warum die Fähre kenterte. Der Sprecher der Küstenwache schloss einen Manövrierfehler der Besatzung nicht aus. Ein Überlebender berichtete, wie das Schiff kurz nach dem Ablegen vom Pier plötzlich seinen Kurs änderte und sich auf eine Seite legte. "Es machte auf einmal eine Kehrtwende und kippte. Ich überlebte nur, weil ich sofort ins Wasser sprang", erzählte der 45 Jahre alte Händler Reynante Manza unter Tränen. Seine Frau starb bei dem Unglück.

Fähren sind eines der wichtigsten Transportmittel der Philippinen mit seinen etwa 7000 Inseln. Sie sind jedoch oftmals in schlechtem Zustand, ihre Sicherheit wird nur selten kontrolliert. Immer wieder kommt es deshalb zu schweren Unglücken.

jho AFP DPA

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