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Nach Unfällen Umgang mit Kühen: Österreich gibt Verhaltensregeln für Almwanderer raus

Österreich gibt Verhaltensregeln für Almwanderer gegenüber Kühen raus
Rund 300.000 Rinder stehen auf den österreichischen Almen und sind normalerweise freundlich bis neugierig. Wenn sie allerdings ihre Kälber bedroht sehen, kann es brenzlig werden.
© Getty Images
Vor sechs Jahren wurde eine Almwanderin in Österreich von einer Herde Kühe zu Tode getrampelt – seither wird das richtige Verhalten gegenüber Kühen diskutiert. Nun sollen Verhaltensregeln zu einem besseren Miteinander zwischen Tier und Mensch führen. 

Österreich will seine Touristen erziehen: Nach mehreren negativen Vorfällen sollen Almwanderer in Österreich verstärkt darüber informiert werden, wie man sich Kühen gegenüber richtig verhält. Man wolle Touristen und einheimische Wanderer über "alle Kanäle" ansprechen, sagte Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger am Dienstag nach einem Almen-Gipfel" mit Vertretern aus Almenwirtschaft, Tourismus und Alpenverein. So sollen Verhaltensregeln etwa in sozialen Netzwerken und Lokalzeitungen veröffentlicht sowie in Hotels ausgelegt werden. Außerdem sollen zusätzliche Schilder Wanderer vor Orten warnen, an denen besonders viele Mutter- und Jungtiere weiden.

Kühe erschrecken als TikTok-Challenge

Köstinger kritisierte in diesem Zusammenhang besonders eine Aktion auf der Kurzvideo-Plattform TikTok, die die Almwirtschaft in den vergangenen Wochen "massiv beunruhigt" habe: Im Rahmen der sogenannten Kulikitaka-Challenge hatten Nutzer sich dabei gefilmt, wie sie mit wedelnden Handbewegungen auf Kühe zugerannt waren und die Weidetiere so erschreckt hatten. Mittlerweile seien die Videos glücklicherweise von der Plattform gelöscht worden, sagte Köstinger.

In Österreich stehen nach Angaben des Ministeriums rund 300.000 Rinder auf den rund 8000 bewirtschafteten Almen. Viele Wanderwege kreuzen die Areale. Immer wieder kommt es zu Unfällen mit Kühen, die im schlimmsten Fall tödlich enden. Für großes Aufsehen gesorgt hatte im Sommer 2014 der Fall einer deutschen Wanderin, die im Tiroler Stubaital von einer Kuhherde zu Tode getrampelt worden war. Die Tiere hatten offenbar ihre Kälber vor dem Hund der Frau schützen wollen. Österreich reagierte im vergangenen Jahr mit zehn Regeln für Wanderer, die auf Almen mit Weidebetrieb unterwegs sind.

Diese zehn Regeln sollten sie als Tourist beachten

Die Regeln sehen unter anderem das Anleinen von Hunden – oder im Fall einer Kuh-Attacke – deren sofortiges Loslassen vor sowie das deutliche Umgehen einer Herde. Außerdem wurde die Eigenverantwortung von Almbesuchern gesetzlich verankert. 

  1. Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern.
  2. Ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken.
  3. Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Begegnungen von Mutterkühen, insbesondere mit Hunden, vermeiden.
  4. Hunde an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort ableinen.
  5. Wanderwege auf Almen und Weiden nicht verlassen.
  6. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit großem Abstand umgehen.
  7. Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, ausweichen.
  8. Bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere: Weidefläche zügig verlassen.
  9. Zäune sind zu beachten. Falls es ein Tor gibt, darf es benutzt werden. Danach Tor unbedingt schließen und Weide zügig überqueren.
  10. Begegnen Sie den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt.

Auf Youtube hat das österreichische Ministerium für Landwirtschaft, Region und Tourismus auch ein entsprechendes Video verbreitet:

sve DPA

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