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Airbus-Absturz über dem Atlantik: Pilot der Unglücksmaschine identifiziert

Mehr als drei Wochen nach dem Absturz der Airbus-Maschine über dem Atlantik ist die Leiche des Piloten identifiziert worden. Noch immer wurden nicht alle 228 Insassen geborgen. Die Unfallermittler kündigten für kommende Woche einen ersten Bericht an - warnten allerdings vor zu hohen Erwartungen.

Die brasilianischen Experten machen bei der Identifizierung der ausländischen Opfer des Air-France-Unglücksflugs 447 große Fortschritte. Nach den ersten drei Deutschen wurden jetzt auch der französische Pilot und ein Mitglied des Kabinenpersonals unter den bislang aus dem Atlantik geborgenen Opfern ausgemacht. Flugkapitän Marc Dubois und ein Steward seien von den Gerichtsmedizinern eindeutig identifiziert worden, bestätigte Air France am Donnerstag in Paris. Unternehmenschef Pierre-Henri Gourgeon habe den Familien der beiden Opfer bereits sein Beileid ausgesprochen.

Über die genaue Zahl der bis zum Donnerstag identifizierten Personen gibt es bisher keine exakten Angaben. Insgesamt wurden bisher erst 50 Opfer des Fluges von Rio de Janeiro nach Paris geborgen. Das Bundesaußenministerium bestätigte am Mittwochabend, die Identität dreier Deutscher sei festgestellt worden. Dabei handele es sich um eine Frau aus Hamburg sowie zwei Männer aus Bayern. Nach Angaben von Interpol vom Dienstag waren bis zu diesem Zeitpunkt elf Menschen identifiziert: Acht Brasilianer, ein Deutsch-Brasilianer, ein Brite sowie ein Schweizer mit zusätzlicher brasilianischer Staatsbürgerschaft.

Ermittler wollen Bericht vorlegen

Die französischen Flugunfallermittler kündigten unterdessen für den kommenden Donnerstag (2. Juli) ihren ersten Zwischenbericht zum Absturz des Airbus A330 an. Zugleich warnten sie allerdings vor zu großen Erwartungen. Es werde sich um einen reinen Faktenbericht handeln, teilte die Behörde für Flugunfallanalysen (BEA) in Le Bourget bei Paris mit.

Die Flugunfallermittler hatten zuletzt immer wieder betont, dass es bislang keine gesicherten Erkenntnisse über die Hintergründe der Katastrophe mit 228 Todesopfern gebe. Die Untersuchungen könnten sich sehr lange hinziehen. Schwierig gestaltet sich die Suche nach der Ursache des Absturzes vor allem deswegen, weil von den beiden Flugschreibern jede Spur fehlt. Sie liegen wahrscheinlich mehrere tausend Meter tief im Atlantik. Die Chancen, die Blackboxen zu finden, werden immer geringer, da sie nur noch wenige Tage Signale aussenden. Anfang der Woche bestätigte Paris, französische Marineschiffe hätten Geräusche im Gebiet der Absturzstelle registriert, sie stammten aber nicht von dem Flugdatenschreiber.

Der Airbus A330 war am 1. Juni in einem Gewittersturm auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris verunglückt, aus nach wie vor nicht geklärter Ursache. Bei der Katastrophe kamen alle Besatzungsmitglieder und Passagiere ums Leben, darunter auch 28 Deutsche.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters