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Bayern: Geisterfahrerin stirbt bei Frontalcrash mit Schulbus

Auf der A92 bei Deggendorf ist eine 73-jährige Frau frontal in einen Schulbus gerast, nachdem sie in verkehrter Richtung auf die Autobahn gefahren war. Die Falschfahrerin starb bei dem Unfall, die gut 50 Kinder kamen mit leichten Verletzungen und dem Schrecken davon.

Der Schreck kam für die 54 Schüler am Autobahnkreuz Deggendorf: Rund eine halbe Stunde vor Schulbeginn krachte eine 73 Jahre alte Geisterfahrerin mit ihrem Auto auf der A92 kurz vor der niederbayerischen Stadt in den voll besetzten Schulbus. Die Unfallverursacherin starb in ihrem Autowrack, in dem Bus und einem weiteren Auto wurden 14 Kinder und drei Erwachsene verletzt. Die Blessuren waren glücklicherweise bei den meisten Verletzten nur verhältnismäßig leicht.

Nach Angaben des Straubinger Polizeipräsidiums war die Rentnerin am Montagmorgen auf der Autobahn 3 in Richtung Regensburg unterwegs. Anscheinend verlor sie dann bei den verschiedenen Fahrspuren des Autobahnkreuzes die Orientierung. Jedenfalls bog die 73-Jährige auf die A92 in Richtung München ab und landete auf der falschen Fahrbahn. Bereits nach wenigen hundert Metern stieß die Frau mit dem Schulbus zusammen, der Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 16 Jahren nach Deggendorf bringen sollte. Dort gehen die Kinder und Jugendlichen auf sechs verschiedene Schulen.

Der Schulbusfahrer hatte noch versucht, der Geisterfahrerin auszuweichen. Dazu hatte der 48-Jährige das Lenkrad herumgerissen, der Bus geriet teilweise auf die linke Spur. Dort stieß er mit einem Auto zusammen, das gerade überholen wollte. Dennoch bohrte sich das Auto der 73-Jährigen im Bereich der Eingangstür in die Frontpartie des Busses. Der tonnenschwere Schulbus wurde durch die Wucht des Aufpralls eineinhalb Meter eingedrückt. Die beiden Autos wurden völlig demoliert und waren nur noch Schrott. Der Sachschaden beträgt etwa 80.000 Euro.

Nach dem Unfall wurden acht verletzte Kinder in Kliniken gebracht. Auch der Busfahrer und die zwei Insassen des Autos von der Überholspur wurden verletzt. In diesem zweiten beteiligten Wagen saßen ein 19 Jahre alter Mann und eine 20-jährige Frau. Die anderen Kinder und Jugendlichen wurden zunächst ins Deggendorfer Rot-Kreuz-Zentrum gebracht. Dort stellte sich aber heraus, dass sechs weitere Schüler ebenfalls leichte Verletzungen hatten. In dem Hilfszentrum wurden die Schüler von Ärzten, von einem Kriseninterventionsteam, von Notfallseelsorgern und Polizisten betreut. Einige Schüler gingen trotz des schrecklichen Unfalls dann noch in den Unterricht.

Nach der Kollision brauchten die Einsatzkräfte fast fünf Stunden für die Aufräumarbeiten auf der Autobahn. Dabei musste die Feuerwehr ausgelaufenes Öl binden, der demolierte Bus konnte nur mit Hilfe eines Spezialtransporters abgeschleppt werden. Um die genaue Unfallursache herauszufinden, hat die Staatsanwaltschaft einen Gutachter beauftragt.

DPA / DPA