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McDonald's Bewaffneter McNugget-Raub geht gleich zweifach nach hinten los

Eine McDonald's-Filiale
Eine McDonald's-Filiale (Symbolbild)
© Robyn Beck / AFP
Er hatte eine Waffe und wollte Chicken Nuggets: Doch der Raubüberfall auf ein McDonald's-Restaurant in England lief nicht so ab wie geplant. 

Es war 7 Uhr Morgens, als Rudi B. im Februar eine McDonald's-Filiale im britischen Yate betrat. Mit einer Waffe bedrohte er die Kassierer und den Manager, ließ sich die Kasse und den Safe öffnen und verlangte McNuggets. Nun wurde er zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Raub lief nicht so ab, wie der Täter sich das vorgestellt hatte. Wegen der frühen Uhrzeit war die Kasse noch verhältnismäßig schlecht gefüllt. Selbst als B. den Manager mit der Waffe am Kopf zum Öffnen des Safes zwang, kamen am Ende nur 250 Pfund als Beute herum. Auf dem Weg aus dem Hinterraum forderte der Täter dann plötzlich noch Chicken McNuggets. Und wurde wieder enttäuscht: Weil McDonald's um diese Zeit nur Frühstück anbietet, musste er sich mit einem Wurst-McMuffin begnügen.

Weitreichende Folgen

Die Folgen des Raubs fielen indes wohl deutlich größer als geplant aus. Die Waffe, die sich später als Gaspistole entpuppte, sorgte für einen Polizeigroßeinsatz inklusive Hubschraubern. Weil Eltern einer nahegelegenen Schule aus Sorge die Schulleitung über den bewaffneten Flüchtigen informierten, wurde der Notfallplan umgesetzt, sämtliche verängstigte Schüler wurden in der Haupthalle versammelt. Erst als sich B. später selbst auf Anraten eines Freundes stellte, wurde der Alarm aufgehoben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ihn die Polizei schon mithilfe von Sicherheitskameras identifiziert.

Vor Gericht sagte er aus, dass er sich zu der Tat gezwungen gefühlt habe. Er hatte mit Drogen und Alkohol Schulden angehäuft, fürchtete um die Sicherheit seiner Familie, gab der Anwalt des 22-Jährigen zu Protokoll. Auch die Zeugen sagten aus, dass B. immer wieder betont habe, dass er das alles nicht wollte. Den Raub bei McDonald's und einen weiteren bei einem Imbiss in der Nacht zuvor habe er aus Verzweiflung begangen, so der Angeklagte. Vor Gericht verwiesen die Anwälte auch auf den Dilettantismus des Verbrechens: B. hatte sich nur mit einem medizinischen Mundschutz maskiert, nicht mal seine Haare waren bedeckt. 

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"Kein gefährlicher Verbrecher"

Für die Opfer war der Überfall dennoch traumatisch. Er zucke nun bei jedem Gast zusammen. "Ich bin ständig angespannt und kurz vor der Panik", sagte ein Angestellter aus. "Ich konnte eine Zeit lang nicht mehr schlafen". Andere Kollegen berichteten vor Gericht von Albträumen.

Der Angeklagte zeigte indes Reue. Es tue ihm sehr leid und er schäme sich, erklärte seine Anwältin. Er habe schlicht nicht gewusst, wie die Schulden zu begleichen gewesen seien. Der Richter nahm die Vorwürfe ernst, zeigte aber Verständnis. "Ich sehe Sie nicht als gefährlichen Verbrecher", richtete er sich bei der Urteilsverkündung an den Angeklagten. Durch die Schwere der beiden Überfälle und den Einsatz einer Schusswaffe bliebe ihm aber keine Wahl als die Gefängnisstrafe. "Wir haben es hier mit einem jungen Mann zu tun, der nicht mit der Situation umgehen konnte, in der er sich wiederfand", erklärte er resigniert.

Quellen:BBC, Gazette Series

mma

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