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Oldenburg Männer verprügeln Busfahrer, weil er sie wegen fehlender Masken nicht mitnehmen wollte

Ein Busfahrer sitzt hinterm Steuer eines Busses.
Der Busfahrer weigerte sich, die beiden Männer zu transportieren (Symbolfoto)
© Uwe Anspach/ / Picture Alliance
In Frankreich wurde vor zwei Wochen ein Busfahrer von Jugendlichen verprügelt, die sich weigerten, eine Maske aufzusetzen. Jetzt ist im niedersächsischen Oldenburg das Gleiche passiert. 

Es ist ein Vorfall, der sprachlos macht. Im niedersächsischen Oldenburg ist ein Busfahrer von zwei Männern attackiert worden, nachdem er sie wegen fehlender Masken nicht mitnehmen wollte.  Der Vorfall ereignete sich nach NDR-Informationen bereits am vergangenen Donnerstag.

Wie ein Polizeisprecher erklärte, beleidigten sie den Fahrer zunächst. Als er dann die Tür des Busses von innen zumachte, um sie an die Polizei zu übergeben, schlugen sie auf ihn ein. Dann öffneten sie gewaltsam die Tür und flüchteten. Zum Zeitpunkt der Attacke sollen sich fünf weitere Fahrgäste in dem Bus aufgehalten haben. Der Fahrer erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und ist seit dem Vorfall arbeitsunfähig. Die Polizei wertet jetzt das Videomaterial der Überwachungskameras aus.

Dem NDR gegenüber erklärte der Leiter des Busunternehmens, Carsten Atzler, dass die Kolleginnen und Kollegen tief über den Vorfall betroffen seien. Auch sie hätten schon häufiger mit uneinsichtigen Fahrgästen hätten diskutieren müssen. "Teilweise musste auch dort die Polizei hinzugezogen werden", so Atzler. Glücklicherweise seien die Auswirkungen aber nicht so gravierend gewesen wie in diesem Fall.

Busfahrer in Frankreich hirntot geprügelt

Der Fall erinnert an einen ähnlichen Vorfall aus dem französischen Bayonne, wo Jugendliche vor zwei Wochen einen Busfahrer ins Koma prügelten, nachdem er sie wegen fehlender Masken nicht mitnehmen wollte. Der 59-Jährige wurde später für hirntot erklärt, woraufhin die Familie die lebenserhaltenden Maschinen abstellen ließ. 

Am Montag wurde der Busfahrer beigesetzt. Hunderte Menschen nahmen an der kirchlichen Trauerfeier teil, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Die Menge applaudierte bei der Vorfahrt des Leichenwagens. Sechs Kollegen des toten Busfahrers Philippe Monguillot trugen den Sarg in die Kirche. Wegen des großen Andrangs wurde der Trauergottesdienst auf eine Leinwand auf dem Kirchenvorplatz übertragen

Quelle: NDR, AFP

jek / <br/>

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