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Österreich: Busfahrer wirft Achtjährigen aus Schulbus und beschimpft die Mutter: Vorfall schlägt Wellen

Mutter Raffaela S. sieht ihren achtjährigen Sohn eines Morgens zufällig an der Bushaltestelle zurückgelassen. Das Kind ist völlig aufgelöst, der Busfahrer hatte es wieder aus dem Bus geworfen, weil dieser zu voll gewesen sei. Nun fordert die Mutter Konsequenzen. 

(Symbolbild)

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Getty Images

Gablitz ist eine kleine Marktgemeinde in Österreich, die gerade aus zweifelhaften Gründen an Bekanntheit gewinnt. Der Grund ist ein Busfahrer, der einen Achtjährigen morgens aus dem Schulbus geworfen und die Mutter des Kindes anschließend noch beschimpft haben soll. Raffaela S., die betroffene Mutter zweier Söhne im Grundschulalter, macht ihre Geschichte öffentlich.

"Habe mein völlig aufgelöstes Kind aufgefunden"

In mehreren lokalen Facebook-Gruppen macht sie ihrem Ärger über den Busfahrer Luft, auch, um andere Eltern zu warnen. Am vergangenen Donnerstag um 9 Uhr Morgens schrieb sie in ihrem Posting: 

"Gerade passiert!! SCHULBUS von Gablitz über Purkersdorf ins Sacre Coeur! Busnummer 458, 7:27 Süßfeldstrasse! Ich habe zwei Söhne die mit diesem Bus fahren (7+8)! Der kleinere konnte einsteigen und den Größeren hat der Busfahrer rausgeworfen und stehen lassen weil der bus zu voll!!! Somit stand ein 8jähriger auf der Straße ohne Möglichkeit mit dem nächsten Bus in die Schule zu kommen (weil es keinen gibt)! Gott sei Dank bin ich 10min später zufällig vorbei gefahren und habe mein völlig aufgelöstes Kind vorgefunden! Wir sind den Bus nachgefahren und ICH wurde vom Busfahrer beschimpft und es sei nicht sein Problem!!  Also Achtung wenn eure Kinder mit dem Bus zu dieser Zeit fahren!!!" (Sic)

Auch der kleinere Bruder war "völlig aufgelöst"

Inzwischen zieht die Geschichte immer größere Kreise: Die österreichische Boulevardzeitung "Krone" hat mit Raffaela S. gesprochen. "Der Bus war gesteckt voll", sagte S. dort im Gespräch. Ihr achtjähriger Sohn hätte kein Handy dabeigehabt und der kleinere Bruder, der allein im Bus zurückgeblieben war, sei auch "völlig aufgelöst" gewesen. S., die als mobile Krankenpflegerin arbeitet, kam nur zufällig an der Bushaltestelle vorbei, an der ihr Sohn weinend saß. Als sie laut "Krone" den Bus einige Haltestellen später einholte, habe sie den Fahrer zur Rede gestellt, der zu ihr "Gehen S' scheißen" gesagt haben soll. Daraufhin habe S. die Bustür blockiert und eine Entschuldigung gefordert, bis ihr der Busfahrer mit der Polizei gedroht habe und sie die Tür freigab. 

Die Mutter wollte nun, dass für die Strecke mehr Busse zur Verfügung gestellt werden. "Der Bedarf ist jedenfalls vorhanden", sagte S. Es habe bereits im vergangen Jahr Beschwerden über zu wenig Platz im Bus gegeben.

Busunternehmen: Benehmen des Fahrers sei zu entschuldigen

In der Facebook-Gruppe "Gablitz" kommentierten Nutzer den Umstand entsprechend: "Das ist echt eine Frechheit", schreibt eine Nutzerin. Eine andere: "Ich bin schockiert" und dass man hoffe, der Busfahrer werde zur Verantwortung gezogen. Der Kundenservice des entsprechenden Busunternehmens schickte ein Antwortschreiben, das der "Krone" vorliegt, das von wenig Einsicht zeugt: "Ist die Kapazität erreicht, so dürfen keine Fahrgäste mehr aufgenommen werden", hieß es dort. Das unangenehme Benehmen des Busfahrers sei des Weiteren zu entschuldigen. 

Der Vorfall schlägt jedoch weiter Wellen: Unter dem Posting auf Facebook machte S. die Ankündigung, dass am Montag ein Fernsehteam von Servus TV an einer betroffenen Bushaltestelle sein werde. S. würde sich freuen, "wenn mehrere betroffene Eltern kommen würden". Der Vorfall dürfte damit noch deutlicher in die Öffentlichkeit rücken. 

Quellen: krone.at, Facebook

she
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