HOME

Twitter: So trollen die Berliner Verkehrsbetriebe einen AfD-Politiker

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erklären dem AfD-Abgeordneten Gunnar Lindemann, wer die Busse und Bahnen in der Hauptstadt durch die Gegend fährt - der Elan der BVG sorgt für Lacher im Netz.

Ein Smartphone mit dem Schriftzug "Weil wir dich lieben" vor einer gelben Berliner U-Bahn

Die Kampagne der BVG: "Weil wir dich lieben". Mit besonders viel Liebe geht das Unternehmen auf die Tweets des AfD-Abgeordneten Gunnar Lindemann ein.

Gunnar Lindemann, 46, ist Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist er als Direktkandidat in das Berliner Parlament gewählt worden und er beschäftigt sich dort als Ausschussmitglied unter anderem mit den Themen Umwelt, Bildung, Familie und Verkehr. Auch beruflich hatte er bis Ende Februar mit Verkehr zu tun: In seinem Steckbrief auf der Internet-Seite des Berliner Abgeordnetenhauses gibt er an, bei der "Ostdeutschen Eisenbahn GmbH" beschäftigt gewesen zu sein. Und Lindemann nutzt in Berlin die Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Davon berichtet er bei Twitter.

Die Fahrer der BVG heißen Zeynep, Hakan und Tarek

Und die BVG antworten ihm fleißig. Denn Lindemann ist Abgeordneter der AfD und soll laut "taz"-Bericht nachgewiesene Verbindungen ins rechtsextreme Spektrum haben. Die BVG hingegen sehen sich als weltoffenes Unternehmen und suchen beispielsweise in ihren Stellenausschreibungen ausdrücklich nach Bewerbern mit Migrationshintergrund. Und so lassen es sich die BVG auch nicht nehmen, auf die Tweets von Lindemann zu reagieren und ihm zu zeigen, welche Menschen den Verkehr in der Hauptstadt am Laufen halten:



Die BVG helfen dem AfD-Abgeordneten zusammen mit ihren Mitarbeitern aus aller Herren Länder auch bei der korrekten Verwendung der deutschen Sprache:

BVG sind Wiederholungstäter

Die Aktion ist übrigens nicht die erste, mit der sich die BVG mit der AfD anlegen. Bereits 2015 hat das Unternehmen das Netz mit dieser Reaktion begeistert:


Und was sagen die BVG zu den Aktionen ihres Social-Media-Teams? Sprecherin Petra Reetz sagt in der "Welt": "Wenn wir ab morgen nur noch Bio-Deutsche Bus fahren lassen, dann würde man sich wundern. Dann kommt nämlich kein Bus mehr - oder nur noch alle 50 Minuten. Wir sind stolz, so ein buntes Unternehmen zu sein." Und: "Unser Social-Media-Team hat da freie Hand."

Lindemann selbst gibt an, die Tweets mit Humor zu nehmen.

Wer hat an der Uhr gedreht?: AfD-Anwalt blamiert sich mit Redezeit


wue
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?