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Emotionaler Einsatz "Wir waren sehr gerührt" – Polizisten bringen Rollstuhlfahrer zum Grab seiner Frau

Hessen: Polizisten bringen Rollstuhlfahrer zum Grab seiner Frau
Anwohner riefen die Polizei, nachdem sie einen Mann im Rollstuhl auf einer Straße stehen sahen (Archivbild)
© Ridofranz / Getty Images
Gemeinsam mit einem Kollegen hat ein hessischer Polizeibeamter einen hilflosen Mann im Rollstuhl zum Grab seiner Frau geschoben. Auch um die Pflege der Ruhestätte kümmerten sich die beiden Polizisten. Besonders gerührt waren sie vom kleinen Dankeschön des 90-Jährigen.

Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de.

Die Polizei in Südhessen hat vergangene Woche in Bischofsheim bei Groß-Geraueinen besonders emotionalen Einsatz erlebt: Ein junger Polizeikollege fand auf der Straße einen 90-jährigen Rollstuhlfahrer vor, der nicht in der Lage war, sich selbst zu verständigen. Lediglich mit dem Finger zeigte er immer wieder in eine Richtung. Die Beamten entschieden sich dazu, den Mann dorthin zu schieben.

Mann bricht am Grab in Tränen aus

Die Spurensuche endete schließlich auf einem Friedhof am Grab der Ehefrau des 90-Jährigen. Der Mann zog seinen Hut, begann zu beten und brach in Tränen aus. Da er sich nicht mehr selbstständig um die Pflege des Grabes kümmern konnte, übernahmen die Polizisten die Aufgabe und richteten die Ruhestätte her. Durch die Inschrift am Grab konnten sie auch schließlich den Namen sowie die Herkunft des Mannes feststellen.

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Als Polizist*in erlebt man im Dienst die unterschiedlichsten Einsätze.⁣ Es gibt Einsätze, die lange nachwirken, die einzigartig sind oder die einfach nur besonders berühren.⁣ ⁣ Unser Kollege Dawid möchte euch von solch einem Einsatz erzählen: ⁣ "Auf diesem Bild seht ihr einen 90-jährigen älteren Herrn, der im Rollstuhl sitzt und kaum mehr sehen, nicht hören und nicht mehr sprechen kann. Passanten alarmierten die Polizei, weil er mitten auf der Straße stand und man sich Sorgen machte. Als wir dort ankamen, fiel uns die Kommunikation mit ihm sehr schwer. Wir wussten nicht, wo er hingehört, er zeigte jedoch mit seinem Finger mehrfach in Richtung des naheliegenden Friedhofs. Ermittlungen bezüglich seines Wohnortes verliefen vorerst negativ. Wir hatten also keinen Namen, keine Verständigung und keine weiteren Hinweise auf seine Herkunft.⁣ ⁣ Wir entschieden uns dazu, den Herrn dorthin zu schieben, wohin sein Finger zeigte. Er führte uns auf den Friedhof. Auch dort gab er uns die Richtung an, bis wir an einem bestimmten Grab standen. Dort zog er seinen Hut ab und fing an zu beten. Die Tränen in seinen Augen waren kaum zu übersehen. Wir standen hinter ihm und warteten schweigsam, bis er sein Gebet zu Ende geführt hatte. Es stellte sich heraus, dass es das Grab seiner Ehefrau war.⁣ ⁣ Er selbst war nicht mehr in der Lage, das Grab zu pflegen. Den Part übernahmen wir als Polizei für ihn und haben anschließend das Grab seiner verstorbenen Ehefrau zurecht gemacht.⁣ ⁣ Über die Aufschrift auf dem Grabstein konnten wir herausfinden, wie der Herr heißt und auch seinen Wohnort ermitteln. Dort schoben wir ihn dann quer durch die Stadt hin und bekamen als Dankeschön jeweils jeder ein Pfefferminz Bonbon. Wir waren sehr gerührt davon.⁣ ⁣ Ein Einsatz der ganz besonderen Art...⁣ ⁣ Euer Dawid ❤️ (@dawidonimacaroni )"⁣ ⁣ #polizei #polizeihessen #einsatz #mitblaulichtindiezukunft

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Pfefferminzbonbons als Zeichen der Dankbarkeit

Zum Schluss schoben die Polizisten den Mann zurück nach Hause und bekamen von ihm zum Dank noch jeder einen Pfefferminzbonbon. Auf dem Instagram-Karriere-Account der hessischen Polizei schreibt der Beamte: "Wir waren sehr gerührt davon. Ein Einsatz der ganz besonderen Art!".

sve / RTL.de

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