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Erdhang in Bewegung: Neue Risse in den Häusern von Nachterstedt

Rund um die Uhr wird die abgesperrte und evakuierte Unglückssiedlung in Nachterstedt überwacht. Doch inzwischen trauen sich die Experten des Landesbergamtes kaum noch, das gefährdete Gelände zu betreten. Verdächtige Geräusche kündigen weitere Erdrutsche an, in den noch stehenden Häusern zeigen sich neue Risse.

Neue Gefahr am Ort des Erdrutsches von Nachterstedt: Fachleute haben in der evakuierten Unglückssiedlung neue Risse entdeckt. Betroffen seien jetzt auch jene Häuser, die mit 50 Metern etwas weiter weg von der Bruchstelle am Concordia-Tagebausee liegen, teilte der Landkreis am Donnerstag mit.

Im Tagesverlauf habe sich die Lage jedoch nicht verschärft. "Die Erde ist weiter in Bewegung. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann weitere Erde abrutscht", sagte eine Sprecherin. Ähnlich äußerte sich Gerhard Jost vom Landesbergamt. "Die neuen Risse sind für uns keine Überraschung."

Verdächtige Erdgeräusche alarmieren Experten

Die Behörden warnen seit der Katastrophe, bei der am 18. Juli gigantische Erdmassen zwei Häuser und drei Menschen in die Tiefe gerissen hatten, vor der Gefahr neuer Erdrutsche. Sie haben das Gelände, auf dem noch sieben evakuierte Häuser stehen, abgesperrt und überwachen es rund um die Uhr. Laut Jost hatten Experten an der Stelle zuletzt rund eine Woche lang keine Erdbewegungen festgestellt. Am Mittwoch hatten sie neben den Rissen auch wieder verdächtige Erdgeräusche bemerkt und ihre Begehung des Geländes abgebrochen.

Um den Wasserdruck an dem absturzgefährdeten Hang zu verringern, prüften Fachleute am Donnerstag die Möglichkeit, Brunnen zu installieren. Ein gestiegener Grundwasserspiegel infolge der noch nicht abgeschlossenen Flutung des früheren Braunkohletagebaus Concordia wird von Experten als eine mögliche Ursache für den Erdrutsch gesehen. "Gutachter werden dieser Frage sehr genau nachgehen", sagte Jost.

DPA / DPA
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