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Dorffest in Freudenberg: Frau stirbt nach Explosion einer Bratpfanne – Polizei nimmt Ermittlungen auf

Der Knall ist bis in umliegende Dörfer zu hören, die Stichflamme ist verheerend: Nach der Explosion einer übergroßen Bratpfanne in Freudenberg ist eine Frau gestorben, eine weitere schwebt in Lebensgefahr. Was war die Ursache des Unglücks?

Polizisten und Feuerwehrleute auf dem Gelände in Freudenberg nach einer tödlichen Fettexplosion

Bei dem Fest im Siegerland war es zu einer Explosion mit zehn Verletzten gekommen. Man gehe derzeit von drei Schwerverletzten und sieben Leichtverletzten aus, sagte ein Polizeisprecher in Siegen am Sonntag. Vermutlich habe es sich um eine Fettexplosion beim sogenannten "Backesfest" gehandelt

DPA

Auf einem Dorffest in Freudenberg ist aus bisher ungeklärten Gründen eine Bratpfanne explodiert. Eine 67-jährige Einwohnerin erlag am Montagmorgen ihren Verletzungen, eine weitere Frau schwebt noch in Lebensgefahr. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Vier weitere Menschen, die nach der Explosion im Siegerland ebenfalls schwer verletzt waren, seien nun aber außer Lebensgefahr.

Explosion in Freudenberg: Bratpfanne wird untersucht

Mit einer riesigen Stichflamme war am Sonntag in Freudenberg-Alchen aus noch unklarer Ursache eine gasbetriebene übergroße Bratkartoffel-Pfanne unter einem überdachten Grillstand explodiert. Das Feuer, das wegen der Überdachung nicht nach oben habe ausweichen können, habe sich seitwärts bewegt und so Umstehende verletzt. Fünf Menschen erlitten schwere Brandverletzungen, einer einen Herzinfarkt. Rettungshubschrauber brachten sie in Spezialkliniken.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgenommen. Ein Sachverständiger, der am Montag den Unglücksort untersuchte, konnte die Ursache für die Explosion zunächst nicht zweifelsfrei feststellen. Die Pfanne sei daher sichergestellt worden und müsse nun von Spezialisten genauer untersucht werden, sagte der Polizeisprecher. Dies könne mehrere Tage dauern.

Ursache noch unklar

"Wir müssen nun prüfen, ob ein technischer Defekt oder ein Bedienfehler vorliegt", sagte er weiter. Dass sich Bratfett explosionsartig entzündet habe, schloss die Polizei am Montag aus. "Das waren ganz normale Bratkartoffeln in einer kleinen Menge Fett, da wurde nicht frittiert", sagte der Polizeisprecher. Ebenso seien keine Gasflaschen explodiert.

Der laute Knall der Verpuffung war laut Feuerwehr bis in die angrenzenden Ortschaften zu hören. Augenzeugen und Gäste des ehrenamtlich organisierten Festes in der kleinen Ortschaft zeigten sich tief betroffen. Zwischen 100 und 150 Menschen waren laut Polizei zum Zeitpunkt des Unglücks vor Ort. Zur Mittagszeit sollten Bratkartoffeln aufgetischt werden.

Notfallseelsorge vor Ort

Ein Augenzeuge berichtete der Zeitung "Westfalenpost" von einem Feuerball und Menschen, die brennend aus dem Unterstand gelaufen seien. Notfallseelsorger waren im Einsatz, die Polizei sprach von einer "furchtbaren Tragödie".

Beim sogenannten Backesfest wird traditionell eine alte dörfliche Backstube in Betrieb genommen. In diesem Jahr hatte das Fest laut Feuerwehr ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr der nun 675 Jahre alten Ortschaft werden sollen.

meh / DPA