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Prozess gegen Derek Chauvin "Ich glaubte, Zeuge eines Mordes gewesen zu sein": Augenzeugen schildern Tod von George Floyd

Sehen Sie im Video: Erste Zeugen sagen im Prozess um Tod von George Floyd aus.




Tag zwei in Minneapolis im Prozess gegen den ehemaligen Polizisten Derek Chauvin wegen Mordes an George Floyd. Im Zeugenstand sagte am Dienstag die 18-jährige Darnella Frazier aus. Ihr Handyvideo von der Festnahme ging im vergangenen Mai um die Welt. Ihr Gesicht wurde aufgrund ihres jungen Alters in der Übertragung aus dem Gerichtssaal nicht gezeigt. FRAZIER: "Wenn ich George Floyd sehe, sehe ich meinen Vater, meine Brüder, ich sehe meine Cousins meine Onkel. Denn sie alle sind schwarz. Es hätte einer von ihnen sein können. Es gibt Nächte, in denen ich mich bei George Floyd entschuldigte, weil ich nicht mehr getan habe. Dass ich nicht körperlich eingegriffen habe, um sein Leben zu retten. Aber das hätte nicht ich tun müssen, sonder er." Damit gemeint war Chauvin. Seine Anwälte erhoben Einspruch gegen den Punkt. Frazier war damals mit ihrem 9-jährigen Cousin unterwegs, zu einem Lebensmittelgeschäft, in dem kurz zuvor Floyd beschuldigt worden war, einen gefälschten 20-Dollar-Schein benutzt zu haben. FRAZIER: "Er sagte 'Ich kann nicht atmen, bitte.' Er rief nach seiner Mutter. Er schien zu wissen, dass es für ihn vorbei war." Als weiterer Zeuge sagte Donald Williams aus. Er hatte damals den Notruf gewählt. STAATSANWALT: "An einem bestimmten Punkt haben sie 911 gewählt?" WILLIAMS: "Das ist korrekt. Ich habe die Polizei angerufen." STAATSANWALT: "Und warum?" WILLIAMS: "Weil ich glaubte, Zeuge eines Mordes gewesen zu sein." Ein Mitschnitt des Anrufs war Teil der Beweisaufnahme. Die 27-jährige Genevieve Hansen ist Feuerwehrfrau in Minneapolis. Sie sagte aus, sie habe die Polizisten angebettelt, Floyd Erste Hilfe leisten zu dürfen. HANSEN: "Ich habe mich sofort zu erkennen gegeben, weil ich merkte, dass er medizinische Hilfe brauchte. Sein Bewusstsein schwand. Und das ist in unserer Ausbildung das erste Zeichen dafür, dass jemand medizinische Hilfe benötigt." STAATSANWALT: "Was ist der Sinn einer Herzdruckmassage?" HANSEN: "Das Blut für jemanden zu pumpen, der das nicht selbst tut. Man versucht, einen Puls wiederzubekommen." STAATSANWALT: "Und waren Sie in der Lage, das zu tun?" HANSEN: "Nein, Sir." STAATSANWALT: "Warum nicht?" HANSEN: "Weil die Beamten mich nicht heranließen. Ich erinnere mich auch, angeboten zu haben, sie dazu anzuleiten. Ich habe ihnen gesagt: Wenn er keinen Puls hat, müssen Sie mit der Herzdruckmassage beginnen. Aber das wurde nicht getan." Chauvins Anwälte versuchten, die Geschworenen davon zu überzeugen, dass ihr Mandant sich von Umstehenden bedroht gefühlt haben könnte. Er sei strikt seiner Ausbildung gefolgt und nicht schuldig im Sinne der Anklage.
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Teils unter Tränen haben Zeugen im Prozess gegen den ehemaligen Polizisten Derek Chauvin ausgesagt. Eine Feuerwehrfrau berichtete, sie habe die Polizisten buchstäblich angebettelt, George Floyd Erste Hilfe leisten zu dürfen.

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