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Gotthard: Vorläufiges Aus für Gotthardautobahn

Zwei Menschen starben unter herabstürzenden Felsbrocken, zwei Tage lang war die Autobahn gesperrt - und bleibt es auch. Die Steinschlag-Gefahr konnte nicht gebannt werden.

Die Gotthardautobahn in der Schweiz bleibt über Pfingsten und vielleicht auch längerfristig gesperrt. Die Wiedereröffnung scheiterte am Freitagmittag nach kurzer Zeit, weil sich im Urnerland neues Gestein löste. Die Errichtung eines Notdamms und eine Sprengung werden erwogen. Der völlige Verkehrskollaps blieb indes zunächst aus. Zweieinhalb Tage nachdem ein deutsches Ehepaar in seinem Auto von einem riesigen Felsblock erschlagen worden war, gaben die Behörden die A2 am Freitag um 11.00 Uhr wieder für den Verkehr frei.

Neunzig Minuten später hieß es im Rundfunk aber bereits wieder: Gotthardautobahn und Kantonsstraße zwischen Wassen und Amsteg wegen Steinschlags gesperrt. Zwar erreichte das Gestein diesmal die Autobahn nicht. Nach dem Alarm der Beobachtungsposten wollte aber niemand ein Risiko eingehen, zumal Geologen mit weiteren kleineren oder größeren Abbrüchen rechneten. Der Urner Baudirektor Markus Züst gab am Abend bekannt, dass die Autobahn bis auf weiteres geschlossen bleibt, sicher über das ganze verlängerte Pfingstwochenende.

Erwogen wurde die Errichtung eines Notdamms auf der Bergspur der Autobahn, der weitere Gesteinsmassen aufhalten könnte. Auch eine Sprengung könnte nötig werden, sagte der Geologe Markus Liniger. Er befürchtet, dass die wichtigste Nord-Süd-Verbindung noch für längere Zeit unterbrochen bleiben könnte. Die Experten, zu denen am Freitag auch ein Geologe des Bundesamt für Umwelt stieß, prüften außerdem die Einrichtung eines Radars zur Felsbeobachtung.

San-Bernardino-Route völlig überlastet

Weil offenbar viele Autofahrer die Schweiz nach den Schreckensbildern vom Mittwoch umfahren haben, kam es trotz der erneuten Gotthardsperre zunächst nicht zum völligen Verkehrskollaps. Auf der San-Bernardino-Route bildete sich allerdings am Abend ein zehn Kilometer langer Stau in Richtung Süden. Die Bündner Polizei rief zur großräumigen Umfahrung des Kantons auf. Die Bahnen bauten ihr Angebot Richtung Süden aus.

AP / AP
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