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Peinlicher Fauxpas Hamburg vergisst Impfzentrum zu öffnen – Hunderte warten vergeblich im Regen

Hamburg: Im Gegensatz zum Impfzentrum in Altona hatte dieses hier im Islamischen Zentrum Brennerstrasse in Sankt Georg geöffnet
Hamburg: Im Gegensatz zum Impfzentrum in Altona hatte dieses hier im Islamischen Zentrum Brennerstrasse in Sankt Georg geöffnet
© Markus Scholz / DPA
Wie überall in der Republik werden auch in Hamburg eilends wieder die Impfzentren eröffnet. Ohne einen Termin sollten die Hanseaten sich impfen lassen können. Doch einige reihten sich vergeblich in die Warteschlange ein. 

Als die dritte Corona-Welle abflachte und nur wenige Impf-Willige noch den Weg zum Piks fanden, machten viele Impfzentren bundesweit dicht. Jetzt müssen die Ämter vielerorts wieder alles neu aufbauen. Dass es dabei zu Ungereimtheiten kommt, verwundert wenig, auch wenn es für die Leidtragenden ein geringer Trost sein dürfte.

So standen am Samstag hunderte Menschen vor den verschlossenen Türen eines Impfzentrums in Hamburg, das die Arbeit wiederaufnehmen wollte. Im Stadtteil Altona sollte sich jeder ohne Anmeldung impfen lassen können, so die Ankündigung der Sozialbehörde. Von 13 bis 19 Uhr hätten die Hamburger die Gelegenheit, ohne Anmeldung die Erst- oder Zweitimpfung oder Booster-Impfung mit Biontech, Moderna und Johnson & Johnson zu erhalten. 

Noch am Samstagmorgen warb der Hamburger Senat auf Twitter für die Impf-Aktion. Hamburgs SPD-Vorsitzende Melanie Leonhard retweetete den Aufruf

Vergebliches Warten in Hamburg 

Und so versammelten sich schon kurz nach 12 Uhr – eine Stunde vor der geplanten Eröffnung – bereits Dutzende Menschen im Regen, um sich impfen zu lassen. Doch die Türen des Impfzentrums blieben geschlossen, berichteten Anwesende gegenüber "T-online".

Fast eine Stunde vergeht, bis klar wird: Hier wird heute niemand geimpft. Die Polizei löst die Warteschlange kurz vor 13 Uhr auf, wie ein Video auf Twitter zeigt. "Am heutigen Tag findet hier keine Impfung statt", verkündet die Polizei. Nach Rücksprache mit dem Pressesprecher der Sozialbehörde handele es sich um ein "Missverständnis".

Rund 250 Menschen hätten im Regen vergeblich gewartet, so ein Augenzeuge. Vor Ort hieße es, dass die Öffnung laut Pressestelle schlicht vergessen worden sei. Der Senat hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.

Die Impf-Willigen wurden schließlich an zwei Einkaufszentren verwiesen, in denen die Impf-Kapazitäten erweitert worden seien. Doch dort herrschte bereits noch größeres Gedränge. Der NDR-Journalist André Kroll meldete aus dem Einkaufszentrum Hamburger Meile, dass dort bereits am Vormittag keine neuen Wartenden aufgenommen werden.

Ende August hatte die Stadt das Impfzentrum in den Hamburger Messehallen geschlossen, eines der größten in Deutschland. Mehr als eine Million Impfungen wurden dort innerhalb von acht Monaten vorgenommen. 

ivi

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