HOME

Medienberichte über Geheimpapier: Das sollen die Anschlagspläne in Hannover gewesen sein

Mehrere Bomben sollten während des Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover explodieren. Ein von Medien erwähntes Geheimpapier des Verfassungsschutzes beantwortet die Frage, ob die Absage der Partie gerechtfertigt war.

Polizisten im Stadion von Hannover

Polizisten im leeren Stadion von Hannover: Mehrere Bomben sollten während des Länderspiels Deutschland gegen die Niederlande explodieren

Beim Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover drohten nach Informationen von "Bild" und dem NDR mehrere Bomben zu explodieren. Dies gehe aus einem Geheimpapier des Verfassungsschutzes für Innenminister Thomas de Maizière hervor, das auf Informationen eines ausländischen Geheimdienstes basiere.

Darin heißt es laut "Bild": "Eine Gruppe von mehreren Angreifern plant das Fußballspiel zwischen Deutschland und Holland anzugreifen. Der Angriff wird mit mehreren Sprengsätzen innerhalb des Stadions erfolgen. Zudem soll eine Bombe in der Stadt Hannover detonieren."

Weiter heiße es in dem Papier: "Die Sprengsätze werden in einem Rettungswagen ins Stadion geschmuggelt. Der Anführer der Gruppe wird im Stadion anwesend sein. Seine Aufgabe ist es, den Anschlag zu filmen. Nach Mitternacht ist ein weiterer Anschlag am Bahnhof Hannover geplant."

Konkrete Hinweise auf mehrere Attentäter

Auch nach einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" hatte die Polizei konkrete Hinweise auf mehrere Attentäter. Dem Vernehmen nach solle es sich um vier Männer und eine Frau gehandelt haben, schreibt das Blatt. Die Attentäter sollen am Dienstag in der Stadt auf der Suche nach Anschlagszielen gewesen sein.

Nach offiziellen Darstellungen wurde bisher kein Sprengstoff in oder am Stadion gefunden. Festnahmen gab es auch nicht. "Wir wissen bis heute nicht, ob der Hinweis so zutraf", sagte de Maizière am Mittwoch in der Sendung "ZDF spezial".

Die Polizei hob laut "NDR" noch einmal hervor, dass sich die Anschlagswarnung ausschließlich auf den Dienstagabend und das Länderspiel bezogen habe. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Innenminister Boris Pistorius hatten die Spielabsage bereits zuvor verteidigt. Die Behörden hätten richtig gehandelt. Innenminister Pistorius dankte den Menschen, die auf die Absage mit großer Gelassenheit reagiert hätten. Allerdings machte er auch am Mittwoch keine genaueren Angaben zu den Terrorhinweisen.

tim / DPA