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Rohrbach bei Pfaffenhofen Haus in Oberbayern explodiert – Ermittler finden Leiche in den Trümmern

Zwei Bagger und ein Radlader sind bei Bergungsarbeiten an den Überresten eines Hauses im Einsatz
Bei der Explosion einer Doppelhaushälfte hat auch das Nachbarhaus schwere Beschädigungen abbekommen, das Foto wurde mit einer Drohne aufgenommen
© Vifogra / DPA
In der kleinen Gemeinde Rohrbach in Oberbayern explodiert ein Haus, kurz darauf ereignet sich ein tödlicher Autounfall. Ermittler vermuten eine Verbindung. In den Trümmern des Hauses wurde jetzt eine Leiche entdeckt.

Die sonst so beschauliche oberbayerische Region rund um Pfaffenhofen wird von zwei katastrophalen Ereignissen heimgesucht, die in einem Zusammenhang stehen könnten, wie die Kripo vermutet. Inzwischen ist klar: Zwei Menschen sind dabei gestorben.

Erst explodierte am Donnerstagmittag eine Doppelhaushälfte in der kleinen Gemeinde Rohrbach in der Hallertau. Kurze Zeit später krachte auf einer Bundesstraße ein VW-Bus in einen Lastwagen. Wer am Steuer des VW saß, war bis Freitagnachmittag unbekannt. Der oder diejenige starb bei der Kollision und verbrannte bis zur Unkenntlichkeit, auch der Wagen bestand nur noch aus zerschmolzenem Metall. Die Identifizierung der Leiche dauerte am Freitag an.

Das ausgebrannte Wrack eines Fahrzeugs steht nach einem tödlichen Unfall auf der B300 bei Schrobenhausen
Das völlig ausgebrannte Wrack des VW-Busses steht nach der tödlichen Kollision auf der B 300 bei Schrobenhausen
© Vifogra / DPA

Zudem  liefen die Aufräumarbeiten an dem detonierten Gebäude in Rohrbach weiter, einem 6000-Einwohner-Ort im Landkreis Pfaffenhofen. Am Freitagmittag teilte die Polizei mit, dass dort eine Leiche gefunden worden sei.

Seit Donnerstag waren die zwei Menschen vermisst worden, die in dem Haus gemeldet sind. Laut den Ermittlern handelt es sich um eine 54-jährige Frau und einen 55-jährigen Mann. Die Ermittler gehen nach derzeitigem Stand davon aus, dass das Haus wahrscheinlich durch eine Gasexplosion zerstört wurde. Darauf deute die große Kraft der Explosion hin, sagte eine Polizeisprecherin. Das Haus habe eine Gasheizung gehabt. Zudem sei eine – noch intakte – Gasflasche aus den Trümmern geborgen worden. Was genau die Explosion auslöste, war noch unklar.

Die Identität der Person, die jetzt in den Trümmern des Wohnhauses gefunden worden sei, stehe noch nicht fest, teilte die Polizei mit. Noch für Freitag sei eine Obduktion geplant, hieß es. Die aus dem Haus geborgene Leiche wurde nachmittags von einem Bestatter abgeholt und sollte nach München in die Rechtsmedizin gebracht werden. Zuvor hatte "Bild" über den Fund einer Frauenleiche berichtet. Es ist jedoch unklar, ob diese Information korrekt ist.

Haus-Explosion in Rohrbach könnte in Verbindung zu einem Autounfall stehen

Der Fall erregt nicht nur wegen der Wucht der Explosion und der massiven Zerstörung bundesweit Aufmerksamkeit, sondern auch wegen der rätselhaften weiteren Umstände: So gibt es offenbar einen Zusammenhang mit dem Autounfall, der sich etwa 20 Minuten nach der Detonation am Donnerstag ereignet hatte. Denn der VW-Bus, der bei dem Verkehrsunfall komplett zerstört wurde und größtenteils verbrannte, war auf die Wohnanschrift des vermissten Ehepaares zugelassen, wie die Ermittlungen ergaben. Es sind die Bewohner der zerstörten Doppelhaushälfte.

Die Explosion des Hauses war der Polizei Agenturmeldungen zufolge am Donnerstag gegen 12.40 Uhr gemeldet worden. Die Doppelhaushälfte war dabei komplett zerstört und geradezu "pulverisiert" worden, wie es in lokalen Medien hieß. Der Knall sei fast in dem gesamten Ort zu hören gewesen. Auch die andere Haushälfte wurde stark beschädigt, in diesem Gebäudeteil gab es zwei Verletzte.

Kurz nach der Haus-Explosion, laut den lokalen Medien gegen 13 Uhr, fuhr etwa 30 Kilometer entfernt der auf die Adresse in Rohrbach gemeldete VW-Bus bei Schrobenhausen frontal in einen Lastwagen. Bis Freitagmittag war die Identität der Person, die am Steuer des VW saß, nicht geklärt. Es sei unklar, ob es die Person war, auf die der Wagen zugelassen war, hieß es. Eine Polizeisprecherin sagte am Freitag laut der Nachrichtenagentur dpa, die Person habe jedoch definitiv allein in dem Wagen gesessen. Der Lkw-Fahrer wurde bei der Kollision "schwerst" verletzt, wie Lokalmedien berichteten.

Lkw-Fahrer versuchte verzweifelt, die Kollision zu verhindern

Der Lastwagenfahrer habe noch versucht auszuweichen, sagte der Schrobenhausener Polizeichef Christian Linden dem "Donaukurier". Dies sei an den Spuren zu erkennen. Die Regionalzeitung recherchierte zudem, dass sich in dem VW-Bus eine Gasflasche befunden habe. Diese sei bei den Bergungsarbeiten gefunden worden und womöglich offen gewesen, als es zur Kollision kam, hieß es. Die Polizei bestätigte inzwischen den Fund der Gasflasche in dem VW-Bus.

Die Identifizierung der wenigen sterblichen Überreste der Person, die den VW-Bus gesteuert hat, werde noch mehrere Tage dauern, hieß es weiter. Es lasse sich vermuten, dass der Wagen mit Absicht in den Gegenverkehr gesteuert worden sei. Dies stehe aber noch nicht fest, hieß es von den Ermittlern.

Stundenlang hatten Einsatzkräfte bereits am Donnerstag mit Hunden und Sonden die Trümmer nach den zwei vermissten Bewohnern durchsucht. Die explodierte Doppelhaushälfte war vollständig in sich zusammengestürzt, bei der anderen wurde die Wand herausgerissen. 

Nach der Detonation des Hauses in Rohrbach waren rund 270 Einsatz- und Rettungskräfte am Ort der Explosion im Einsatz. Die Wucht der Detonation beschädigte auch einige Fahrzeuge und Nachbarhäuser. Der Sachschaden lässt sich laut Polizei noch nicht genau beziffern, dürfte aber im hohen sechsstelligen Bereich oder noch darüber liegen.

Quellen: "Donaukurier", "Rosenheim24", "Bild.de"

anb AFP DPA

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