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Indonesien: Mehr als 100 Tote bei Flugzeugabsturz über Wohngebiet

Kurz nach dem Start ist ein indonesisches Passagierflugzeug abgestürzt. Die Boeing 737 ging in einem Wohngebiet auf der Insel Sumatra nieder - vermutlich 130 Menschen kamen dabei ums Leben.

Ein indonesisches Passagierflugzeug ist am Montag mit 117 Menschen an Bord über dicht besiedeltem Gebiet der Insel Sumatra abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Dabei kamen mehr als 100 Insassen sowie 30 Menschen am Boden ums Leben.

Indonesiens Transportminister Hatta Radjasa sagte im Rundfunk, die Boeing 737-200 sei kurz nach dem Start in der Stadt Medan 500 Meter von der Flughafenpiste entfernt niedergegangen. Augenzeugen zufolge stürzte sie im Zentrum der drittgrößten indonesischen Stadt ab. Dort sei Panik und Chaos ausgebrochen.

Während Rettungskräfte berichteten, alle Insassen seien ums Leben gekommen, gab es nach Angaben der Fluggesellschaft Mandala Airlines einige Überlebende. Die offizielle Nachrichtenagentur Antara gab die Zahl mit sechs an. Die Fluggesellschaft ging von einem Fehler beim Abflug aus. Die genaue Absturzursache war zunächst unklar.

Das Flugzeug lag auf einer Hauptstraße Medans. Aus dem Wrack schlugen Flammen, Häuser brannten und dichter schwarzer Rauch stieg auf. "Ich bin etwa zehn Minuten nach dem Unfall eingetroffen. Überall waren brennende Körper", sagte ein Lokalreporter. "Etwa zehn Häuser standen in Flammen und fünf bis sechs Kleinbusse. Das Flugzeug war in Einzelteile zerbrochen." Der Journalist sagte, Menschen seien panisch umher gerannt und hätten die Namen von Angehörigen gerufen.

Eine Krankenschwester sagte der Nachrichtenagentur Reuters, im Krankenhaus sei Chaos ausgebrochen. "Die Rettungskräfte bringen immer mehr Opfer herein, sowohl Passagiere als auch Bewohner. Einige leben noch, andere sind tot." Viele Opfer waren anderen Krankenhausmitarbeitern zufolge bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Provinzregierung zufolge war auch der Gouverneur an Bord der abgestürzten Maschine.

Der Sprecher der Fluggesellschaft sagte, es sei nicht klar, ob der Absturz auf Triebwerksprobleme, menschliches Versagen oder das Wetter zurückzuführen sei. Das Flugzeug war auf dem Weg in die indonesische Hauptstadt Jakarta. Mandala Airlines zählt zu den ältesten privaten Fluggesellschaften Indonesiens und hat eine Reihe von Boeing 737 in ihrer Flotte. Das bislang schlimmste Flugzeugunglück in Indonesien ereignete sich 1997. Beim Absturz eines Airbus im Berggebiet nahe Medan kamen 234 Menschen ums Leben.

Reuters / Reuters