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Kalifornische Waldbrände: Feuer bedroht tausende Häuser

Flammeninferno bei Los Angeles: Mehrere tausend Kalifornier haben am Wochenende vor rasch um sich greifenden Waldbränden die Flucht ergriffen. Mehrere Gebäude wurden bereits zerstört, Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat den Notstand ausgerufen.

Ein Waldbrand im Norden von Los Angeles ist völlig außer Kontrolle geraten und hat seine Fläche binnen eines Tages verdreifacht. Das Feuer, das anfangs nur als leichte Gefahr eingestuft worden war, bedrohte am Samstag bis zu 10.000 Wohnhäuser. Mindestens drei Gebäude wurden bereits zerstört, drei Menschen erlitten Brandverletzungen. In mehreren Gemeinden mit insgesamt rund 1.000 Häusern wurden Zwangsevakuierungen angeordnet.

Begünstigt wurde das Inferno von hohen Lufttemperaturen. Für Sonntag wurde allerdings mit einer leichten Abkühlung gerechnet. Bis dahin hoffte die Feuerwehr, mit Hilfe zusätzlicher Einsatzkräfte aus ganz Kalifornien die Flammen eindämmen zu können. Bis Samstagabend waren lediglich fünf Prozent unter Kontrolle. Zu diesem Zeitpunkt waren schon mehr als 80 Quadratkilometer Waldgelände verwüstet, was der Fläche einer mittelgroßen Stadt wie etwa Gießen entspricht.

Die Zwangsevakuierung betraf zahlreiche Gemeinden an den Hängen der San-Gabriel-Berge, darunter Pasadena, Altadena, Glendale, La Crescenta und Big Tujunga Canyon. Ein Sprecher der US-Forstbehörde erklärte, Brennmaterial, Wetter und Topographie hätten sich zu einem "perfekten Sturm" zusammengefügt. In lediglich vier Stunden hätten sich die Flammen neun bis 13 Kilometer weit vorangefressen. Das Feuer bedrohte auch den Mount Wilson, wo das historische Mount-Wilson-Observatorium steht.

Über Teilen von Los Angeles hingen dicke Rauchwolken, in einigen Regionen fiel ein Ascheregen. Die Gesundheitsbehörde warnte am Wochenende wegen der schlechten Luft vor körperlichen Anstrengungen im Freien. Sogar Küstenorte wie Malibu und das Hinterland von Santa Monica sollten von besonders empfindlichen Menschen gemieden werden, hieß es.

Flammen am Vorgarten gestoppt

Ein riesiger Waldbrand südlich von Los Angeles konnte indessen bis zum Samstag unter Kontrolle gebracht werden. In der Umgebung des noblen Küstenorts Rancho Palos Verdes trug Windstille dazu bei, dass Löschhubschrauber bei der Brandbekämpfung bedeutende Fortschritte erzielen konnten. Bis zu 1500 Menschen hatten sich dort in Sicherheit gebracht. "Die Flammen wurden direkt am Garten dieser Häuser gestoppt", sagte ein Feuerwehrsprecher. Sechs Häuser wurden leicht beschädigt, lediglich zwei Nebengebäude wurden zerstört.

Die Halbinsel Palos Verdes ist bekannt für ihre spektakulären Ausblicke auf den Pazifik, teure Immobilien und Golf-Clubs, von denen einer auch dem Milliardär Donald Trump gehört. Waldbrände wüteten noch an mehreren weiteren Orten in Kalifornien. Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief bereits am Freitag in den Bezirken Los Angeles und Monterey den Notstand aus, um auf diese Weise rasch Hilfsmittel und Gelder für die Brandbekämpfung zu mobilisieren. Am Sonntag wollte er sich selbst ein Bild vom massiven Einsatz der Feuerwehr machen.

John Antczak/AP/DPA / AP / DPA
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