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Central Otago Makabre Tradition: Eine Gemeinde in Neuseeland jagt an Ostern Hasen

Ein Kaninchen sitzt auf einer hohen Wiese
In der Region Central Otago stehen Kaninchen zu Ostern auf der Abschussliste (Symbolbild)
© Hinrich Bäsemann / Picture Alliance
Während sich die Menschen vielerorts an den Osterfeiertagen auf den Osterhasen freuen, wird in Neuseeland Jagd auf ihn gemacht. Bei der Großen Osterhasenjagd werden traditionsgemäß Kaninchen von Jägern aus dem ganzen Land erlegt – denn sie sind eine Bedrohung für das Land.

Kein Ostern ohne Osterhasen: Das pelzige Schlappohr mit seinen bunt bemalten Eiern ist für viele unzertrennlich mit den Osterfeiertagen verbunden – ein österlicher Besucher, auf den sich die ganze Familie freut. Ganz anders geht es jedoch in Alexandra, in der Region Central Otago, auf der neuseeländischen Südinsel zu: Hier wird traditionell zu Ostern Jagd auf Tausende Kaninchen gemacht, die Jäger reisen dafür aus dem ganzen Land an. Nach dreijähriger Pause wurde am vergangenen Karfreitag nun die Tradition wiederbelebt und das Feuer auf die Vierbeiner eröffnet.

"Great Easter Bunny Hunt" zur Bekämpfung einer Plage

Unter dem etwas makaberen Titel "Great Easter Bunny Hunt" (auf Deutsch: Große Osterhasenjagd) sind in diesem Jahr 25 Teams bestehend aus jeweils zwölf Jägern auf die Jagd nach Kaninchen gegangen. Ihr Ziel: eine Delle in die Populationskurve der Tiere schlagen – denn diese haben sich als wahre Plage für das Land erwiesen. Eingeschleppt im 19. Jahrhundert, haben die ortsfremden Kaninchen mittlerweile die Region Central Otago überrannt und stellen eine ernstzunehmende Bedrohung für die Biodiversität und die Landwirtschaft des Gebiets dar. Von außen möge ihre Veranstaltung vielleicht wie eine "massenvernichtungsartige Sache" wirken, sagt Jadgleiter Dave Ramsey dem "Guardian". Aber: "Das Kaninchen ist ein anerkannter Schädling, und ich denke, die Gemeinde unterstützt die Jagd auf sie voll und ganz – viele Leute haben sie jetzt in ihren Gemüsegärten." Den letzten Protest gegen die Osterhasenjagd habe es zudem vor gut 15 Jahren gegeben.

Ostern

Jagd aus Tradition 

Seit mehr als 25 Jahren organisiert der Alexandra Lions Club die Jagdveranstaltung und setzt damit nicht nur ein Zeichen der Unterstützung für die örtlichen, von der Kaninchen-Plage betroffenen Landwirte: Gleichzeitig wird die Große Osterhasenjagd auch als Spendenaktion für Gemeindeprojekte aufgezogen. Ein gesellschaftliches Ereignis, auf das sich viele Teilnehmer das ganze Jahr lang freuen, sagt Ramsey. "Es war schon immer die Osterhasenjagd. Das hat für manche Leute eine Konnotation als eine Zeit religiöser Feierlichkeiten und auch als Spaß für Kinder – eine Menge Kinder nehmen an unserer Veranstaltung teil."

In den letzten drei Jahren musste auf diesen Spaß für die ganze Familie verzichtet werden: 2018 hatte die Regierung den Einsatz eines Kaninchen-Virus gegen die Tiere erlaubt, 2019 bestand extreme Brandgefahr und im vergangenen Jahr machte das Coronavirus einen Strich durch des Jägers Rechnung. Aufgrund der langen Pause wurde die Osterhasenjagd an diesem Osterfest deshalb extra verlängert: Statt nur 24 Stunden lang, durften die Jäger dieses Jahr von acht Uhr morgens am Karfreitag bis um zwölf Uhr mittags am Ostersonntag auf die Kaninchen schießen. Insgesamt wurden so beinahe 12.000 Tiere erlegt, hinzu kamen noch über 500 Hermeline, Opossums, Truthähne und andere Schädlinge. Dieses Jagdergebnis sei zwar "eine sehr vorzeigbare Summe", so Ramsey, es würde aber auch das schiere Ausmaß der Kaninchen-Plage aufzeigen. Die Teilnehmer selbst freuen sich jedoch schon wieder auf die kommende Osterhasenjagd im nächsten Jahr: "Gestern gab es Handzeichen, ob sie nächstes Jahr wiederkommen werden, und es war einstimmig."

Quelle: "The Guardian"

as

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