VG-Wort Pixel

Spezielle Anatomie Deshalb können sich Katzen durch die engsten Lücken zwängen

Eine Katze geht durch einen engen Spalt von Holzbrettern
Ein kleine Öffnung zwischen zwei Holzbrettern: Auch für diese junge Katze keine Schwierigkeit.
© Westend61 / Imago Images
Ein enger Zaun oder eine spaltbreit geöffnete Tür ist für eine Katze kein Hindernis. Die Tiere schaffen es auch durch die kleinsten Schlupflöcher – wegen ihres besonderen Körperbaus.

Als ich Kind war, gab es beinahe jede Nacht das gleiche Spektakel: Unsere zwei Kater zwängten sich nacheinander durchs gekippte Dachfenster und gelangten so ins Haus. Wir hatten keine Katzenklappe, und irgendwann müssen die beiden entdeckt haben, dass man auch über diesen Umweg in die Wohnung kam. Auch wenn das Fenster nur einen Spaltbreit geöffnet war.

Wer hat das nicht schon beobachtet: Katzen quetschen sich scheinbar mühelos durch enge Spalten, Durchgänge und Zäune. Sie sind als erste in der Wohnung, wenn man nach Hause kommt und gerade einmal den Schlüssel umgedreht hat. Eben, weil sie sich durch die kaum geöffnete Tür schlängeln können. Das sieht sehr flüssig und elegant aus. Man könnte meinen, dass die Katze dabei ganz lang und schmal wird.

Eine Katze ist wegen ihres besonderen Körperbaus sehr beweglich

Doch warum ist das so? Als Kinder haben wir die Faustregel gelernt: Katzen passen durch alles hindurch, was nicht schmaler ist als ihre Schnurrhaare. In manchen aktuellen Artikeln zu dem Thema heißt es etwas präziser: Wenn der Spalt so breit ist wie der Kopf, kann sich die Mieze durchquetschen. Sehr übergewichtige Tiere verlassen sich vermutlich nicht uneingeschränkt auf diese Lebensweisheit.

Der Grund für diese extreme Beweglichkeit liegt in der anatomischen Besonderheit der Katzen und in dem Aufbau ihres Skeletts, der die Tiere sehr flexibel und dehnbar macht. Ihnen fehlt ein breites Schlüsselbein. Dieser Knochen ist bei ihnen nur in Ansätzen vorhanden, die Schultern sind lediglich lose durch Bänder mit dem Rest des Skeletts verbunden. Der Brustkorb der Tiere ist schmal.

Außerdem besitzen Katzen etwa 40 Knochen mehr als Menschen, was sie insgesamt sehr beweglich macht. Bei uns sind es ungefähr 206. Allein die größere Anzahl an Wirbeln macht das Skelett der beliebten Haustiere sehr flexibel. Insgesamt sind Katzen-Knochen leicht und stabil.

Katzen können sich also wirklich sehr "schmal" machen und kommen wegen ihres von Natur aus schlanken und flexiblen Körperbaus durch viele Hindernisse hindurch, die nach menschlicher Beurteilung bedenklich eng erscheinen.

Selbst ist der Kater – warum warten, bis jemand die Tür öffnet?

Unseren zwei Katern hat die Besonderheit ihrer Anatomie damals Nacht für Nacht ein paar zusätzliche gemütliche Stunden auf ihrer Decke beschert. Denn ohne das Durchquetschen durchs gekippte Fenster hätten sie warten müssen, bis ihnen jemand morgens die Haustür aufmacht.

Quellen: "Petbook.de", Petdoctors.atPurina.de, Fressnapf.de

Sehen Sie in der Fotostrecke: Katzen neigen nicht wirklich zu Gefühlsausbrüchen. Doch auch die coolste Mieze verrät sich durch ihre Körpersprache und zeigt ganz deutlich, wenn sie jemanden mag. Auf diese vier Gesten sollte man achten.

Mehr zum Thema

Newsticker