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Lawinenabgang in Südtirol: Kaum noch Hoffnung für verschütteten Deutschen

Eine Lawine hat in den Alpen mindestens drei Menschen in den Tod gerissen. Unter den Todesopfern ist wohl ein Deutscher, ein weiterer Deutscher wird noch vermisst. Die Suche gestaltet sich schwierig.

Bei einem Lawinenunglück in Südtirol sind am Ostermontag drei Wintersportler ums Leben gekommen. Nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich um zwei Italiener aus dem Trentino, sowie um einen 41-Jährigen aus München. Die Münchener Polizei konnte dies am Dienstagvormittag nicht bestätigen. Ein vierter Wintersportler aus Deutschland wurde am Abend auch nach stundenlanger Suche noch vermisst. Die Suche sei am Abend vorläufig eingestellt worden. Der Einsatz habe sich schwierig gestaltet, weil der Vermisste kein Verschüttetensuchgerät bei sich trage und weil der Schnee in dem zu durchsuchenden Kessel bis zu 15 Meter hoch liege. Am Dienstag ist die Suche nach dem verschütteten Deutschen fortgesetzt worden. Seit dem frühen Morgen seien mehrere Bergretter mit Hunden im Einsatz, berichtete das Nachrichtenportal "Südtirol Online".

Die Skitourengeher seien in einer größeren Gruppe unterwegs gewesen, als einige von ihnen von den herabstürzenden Schneemassen erfasst wurden, berichtete das Nachrichtenportal weiter. Möglicherweise hätten sie die Lawine unterhalb der Vorderen Schöntaufspitze im Vinschgau selbst ausgelöst. Der Sprecher der Bergrettung sagte, es seien mehrere Gruppen in dem Gebiet unterwegs gewesen. Daher sei es unklar, was die Lawine ausgelöst habe. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, das zuständige deutsche Generalkonsulat in Mailand sei eingeschaltet und bemühe sich um Klärung.

Viele Bergtouristen bei schönem Wetter unterwegs

Eine andere Gruppe von Alpinisten hatte das Unglück am Mittag beobachtet und die Rettungskräfte alarmiert. Mehrere Hubschrauber und die Bergwacht waren im Einsatz und suchten nach den Opfern. Die drei Leichen konnten geborgen und mit einem Hubschrauber ins Tal geflogen werden.

Das Unglück ereignete sich in der Ortlergruppe in den Ostalpen, laut der Nachrichtenagentur Apa in mehr als 3000 Metern Höhe. In der Region gab es in den vergangenen Tagen viel Neuschnee, weshalb die Lawinengefahr hoch und mit der Stufe 3 auf der Skala von 1 bis 5 angegeben war. Bei strahlendem Sonnenschein waren am Ostermontag viele Touristen in der Region unterwegs. Skifahrer nutzten in der Region die Möglichkeit, statt auf den präparierten Pisten im freien Gelände abzufahren.

Am Dienstag vergangener Woche waren ebenfalls in Südtirol zwei Menschen bei einem Lawinenabgang getötet worden. Im Piemont starb am Ostersonntag ein Mensch durch eine Lawine, ein zweiter wurde verletzt.

tkr/AFP/DPA / DPA