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Grossbritannien Mann verklagt seinen Arbeitgeber – weil ihm nach einem alkohollastigen Firmen-Gelage der halbe Schädel fehlt

Kollegen beim gemeinsamen Trinken (Symbolbild)
Kollegen beim gemeinsamen Trinken (Symbolbild)
© VAKSMANV / Getty Images
Der 28-jährige Michael Brockie verbrachte sechs Monate im Krankenhaus und musste sich den halben Schädelknochen entfernen lassen – weil ihn sein Chef zum Alkoholtrinken drängte.

Der 28-jährige Michael Brockie arbeitet für das Finanzunternehmen PricewaterhouseCoopers, und das tat er eigentlich auch gern. Bis zu einem verhängnisvollen Tag, der ihn fast das Leben gekostet hätte. Ein Manager hatte das Team der Angestellten, zu dem auch Brockie gehörte, zu einem Trinkgelage nach Feierabend eingeladen. Sogenanntes "Kneipengolf" sollte "gespielt" werden, ein Trinkspiel, bei dem es darum geht, in so kurzer Zeit wie möglich so viel harten Alkohol wie möglich zu trinken. Dem von Anfang an eher unwilligen Michael Brockie sollte dieser "launige" Plan zum Verhängnis werden.

Man könnte meinen, der 28-Jährige hätte sich problemlos aus der Runde herausziehen und den Alkohl ablehnen können. Allerdings ging es dem Manager nicht rein um einen netten Abend mit Kollegen – nein, die Ergebnisse des "Kneipengolf" wurden schriftlich festgehalten und sollten im Büro ausgehängt werden. Ein junger Arbeitnehmer, der sich eine Zukunft im Unternehmen erhofft, fühlt sich so natürlich unter Druck gesetzt. Brockie wollte dazugehören, mithalten. Doch im Laufe des Abends kam sein Körper nicht mehr mit den Unmengen an Alkohol zurecht. Er stürzte schwer.

Dass der Mann überlebte: ein Wunder

"Ärzte und die Polizei kamen zu dem Schluss, dass ich hingefallen bin und meine Hände nicht benutzt habe, um den Sturz abzufangen, so dass ich am Ende mit dem Kopf auf den Boden aufschlug", so Michael Brockie im Interview mit dem britischen Sender ITV. "Das Nächste, an das ich mich erinnere, war vier Wochen später." Dass der 28-Jährige überlebte, bezeichneten Ärzte als ein Wunder: Er musste zeitweilig ins künstliche Koma versetzt werden, sein halber Schädelknochen wurde entfernt.

Es dauerte sechs Monate, bis Brockie wieder fit genug war, um zu arbeiten. Noch immer ist er für PricewaterhouseCoopers tätig, denn seinen Job macht er eigentlich gern. Dennoch verklagt er das Unternehmen nun: Rund 237.000 Euro fordert er, außerdem Geld, das für mögliche Folgekosten seiner Verletzungen später nötig werden könnte. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, will sich das Unternehmen derzeit nicht im Detail zu dem Fall äußern – stellt aber klar: "Als verantwortungsvoller Arbeitgeber verpflichten wir uns, allen unseren Mitarbeitern ein sicheres, gesundes und integratives Arbeitsumfeld zu bieten. Wir erwarten auch von jedem, der an gesellschaftlichen Veranstaltungen teilnimmt, Verantwortung zu übernehmen und für seine eigene Sicherheit und die anderer zu sorgen."

Quellen:  "The Guardian""Spiegel"

wt

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