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Ein Ort hält zusammen "Überwältigend": Wie das kleine Mayschoß die schlimmen Folgen der Flutkatastrophe meistert

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So sieht es derzeit in der Kirche von Mayschoß aus. Die Ortsgemeinde und ihre knapp 1000 Einwohner im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz waren besonders stark von der Hochwasserkatastrophe betroffen. Über 50 Häuser wurden überflutet. Tagelang waren die Einwohner quasi von der Außenwelt abgeschnitten und mussten sich selber helfen. Inzwischen sind auch Helfer von Bundeswehr, THW und "auswärtigen" Feuerwehren vor Ort. Und Sachspenden aus ganz Deutschland kommen an, die in der Kirche gelagert werden. Die Hilfsbereitschaft sei überwältigend, sagt Krisenstab-Sprecher Rainer Claesges: "Alles wird gespendet, Regenbekleidung, Gummistiefel, Lebensmittel. Sie können gleich mal eine Runde drehen. Batterien, kleine Taschenlampen, alles. Ich glaube, unsere Kirche ist wirklich wieder zu einem sozialen Treffpunkt geworden. Leute tauschen sich aus, tauschen die Erfahrungen des Tages aus, einfach auch sozialer Mittelpunkt wieder geworden. Und ich glaube, so gefüllt war unsere Kirche in der letzten Zeit nicht mehr." Ein Drittel des Dorfes wurde beim verheerenden Unwetter vom 14. Juli zerstört, auch die Hauptverkehrsstraße entlang der Ahr war betroffen. Bis die Schäden beseitigt sein werden - so viel ist klar - wird es noch sehr lange dauern. Fieberhaft wird derzeit in der Winzereigenossenschaft von Mayschoß gearbeitet. Bagger räumen den Schutt weg, und Angestellte und Helfer befreien Weinflaschen vom Schlamm. Die Schäden seien verheerend, sagt Alina Sonntag von der Winzergenossenschaft Mayschoß: "Der ganze Betrieb ist im Prinzip zerstört, kann man sagen, in allen drei Filialen, die wir haben. Privat geht es Gott sei Dank. Also da ist das Ausmaß nicht so schlimm. Deswegen kann ich mich hier jetzt gut einbringen. Wir haben Freunde, die bei uns jetzt wohnen im Haus. Aber wie gesagt, betrieblich ist es wirklich eine Katastrophe. Das muss man einfach so sagen." Der Weinflaschen selbst hätten die Flut gut überstanden. Sie sollen nun in den Privatverkauf gehen. Wegen der Verschmutzung der Flaschen könnten sie aber nicht mehr in den Handel. Das Gemeinschaftsgefühl sei durch die Katastrophe viel stärker geworden, sagen die Menschen in Mayschoß. Und dass die Hilfe jetzt aus der ganzen Republik komme, sei mehr als nur ein Hoffnungsschimmer. Für alle, die darüber hinaus helfen wollen und nicht vor Ort sein können, hat die Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet.
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Rund 1000 Menschen leben im rheinland-pfälzischen Mayschoß. Tagelang waren sie nach der Flutkatastrophe auf sich allein gestellt – und werden jetzt von einer Welle der Hilfsbereitschaft erfasst.

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