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Flüchtlingsroute Mittelmeer: Mehr als 700 Tote in einer Woche

Nach der Abschottung der sogenannten Balkanroute sterben immer mehr Menschen auf dem Weg nach Europa über das zentrale Mittelmeer. Dennoch riskieren weiterhin Tausende ihr Leben auf brüchigen und überfüllten Booten.

Ein Flüchtlingsboot kentert im Mittelmeer

Ein Flüchtlingsboot kentert vor der libyschen Küste

Das zentrale Mittelmeer wird einmal mehr zur tödlichen Falle für Migranten auf dem Weg nach Europa. Binnen weniger Tage sind vermutlich mehr als 700 Menschen bei dem Versuch umgekommen, mit Schlepperbooten von Nordafrika nach Italien zu gelangen. Die Zahlen gründeten auf Aussagen von Überlebenden, sagte Carlotta Sami vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Rom.

Zur Unfallbilanz im Mittelmeer hieß es beim UNHCR, dass von einem am Donnerstag gekenterten Boot 550 Menschen vermisst würden. Etwa 100 könnten im Rumpf eines am Mittwoch gesunkenen Schiffes gefangen sein. Bei einem Schiffbruch am Freitag sei die Zahl der Opfer unklar. Überlebende hätten auch von Vermissten anderer Flüchtlingsboote berichtet. "Wenn wir diese düsteren Zahlen zusammenführen, so schätzen wir, dass es mindestens 700 Opfer gibt - ohne Sicherheit in Bezug auf die Zahlen und die Identität der Opfer", sagte Sami.

Schlepper mit Gewalt bekämpfen 

Der CSU-Europaabgeordnete Manfred Weber forderte die Zerstörung des Schlepperunwesen notfalls mit Gewalt, um "das Sterben im Mittelmeer" zu beenden. "Gegen die Schlepper muss man mit aller Härte vorgehen", sagte der EVP-Fraktionschef im Europaparlament der Zeitung "Bild am Sonntag". "Wenn es darauf ankommt, auch mit dem Einsatz von Waffen und innerhalb der 12-Meilen-Zone vor Libyen." Zudem müsse man mit den Staaten Nordafrikas Abkommen gegen die illegale Migration schließen.

Italiens Regierungschef Matteo Renzi forderte, das Problem an der Wurzel zu bekämpfen, um der Migration die Grundlage zu entziehen. Wir müssen den Menschen zu Hause helfen, mit mehr Geld für internationale Entwicklungshilfe als ersten Schritt", sagte er dem katholischen Blatt "Avvenire". Italien schlägt vor, afrikanische Staaten finanziell zu unterstützen und ihnen Einreisequoten für Studenten und Arbeiter als Gegenleistung für stärkere Grenzkontrollen zuzusagen.

Etwa 53.000 Menschen in Griechenland gestrandet 

Nach der Schließung der Balkanroute ist Italien zum Haupttor für Migranten nach Europa geworden. Nach IOM-Zahlen erreichten im Zeitraum vom 19. bis 26. Mai nur 272 Flüchtlinge Griechenland, 5674 kamen nach Italien. Die meisten brechen von Libyen auf. Dort warten laut IOM bis zu 200.000 Menschen auf die Überfahrt nach Europa.

In Griechenland sitzen rund 53.000 Migranten fest, seit das Nachbarland Mazedonien seine Grenzen für sie geschlossen hat. Das Lager Idomeni an der mazedonischen Grenze war vergangene Woche geräumt worden, Tausende Bewohner wurden umgesiedelt. Der EU-Nachbar Bulgarien beschloss am Sonntag eine verstärkte Überwachung seiner Grenzen zu Griechenland, nachdem Flüchtlinge aus Idomeni illegal ins Land gelangt waren. Die Behörden nahmen 96 Migranten fest. 56 Menschen, die in einem Güterzug versteckt waren, wurden umgehend nach Griechenland zurückgeschickt.

Den Menschen zuhause helfen

Im bisherigen Brennpunkt Griechenland hat sich die Lage etwas entspannt. Der Zustrom von Flüchtlingen aus der Türkei bleibt nach der Schließung der Balkanroute und nach dem EU-Türkei-Pakt mit ein paar Dutzend Neuzugängen pro Tag gering. Doch die Versorgungsprobleme bleiben groß.

Im Athener Lager Elliniko leben nach Berichten griechischer Medien rund 4000 Migranten, vornehmlich aus Afghanistan, seit Monaten unter schlechtesten Bedingungen. Die Regierung wolle die Menschen bald in besseren Unterkünften unterbringen, heißt es. Das UNHCR warf Athen vor, Flüchtlinge in Lagerhäusern und auf Fabrikgeländen ohne ausreichend Nahrung, Toiletten und Strom unterzubringen. Der griechische Stab für die Flüchtlingskrise warf dem UNHCR Querschüsse statt konstruktiver Zusammenarbeit vor.

dpa
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.