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Per Zufall entdeckt Millionen wert: Bild in der Küche einer alten Dame entpuppt sich als Meisterwerk


Jahre lang hing in der Küche einer Französin ein kleines Bildchen. Die ahnungslose Besitzerin hielt es für eine gewöhnliche Ikone. Doch tatsächlich ist es ein Werk eines der bedeutendsten Künstler der Vorrenaissance - und millionenschwer.

Der Florentiner Cimabue ist einer der bedeutendsten italienischen Maler und Mosaikkünstler seiner Zeit. Seine Werke aus dem 13. Jahrhundert gelten als einzigartige Zeugnisse der Vorrenaissance und werden in Museen in London oder New York gehütet. Dass eines dieser Schätze jahrelang die Küche einer alten Dame in der Compiègne, nördlich von Paris, schmückte, ahnte niemand - bis die Besitzerin das Christus-Bild loswerden wollte.

Sie wandte sich an das Auktionshaus Actéon, das wiederum den renommierten Kunstgutachter Eric Turquin zurate zog. Dieser staunte nicht schlecht, als er das 25,8 x 20,3 Zentimeter große Gemälde auf seinem Tisch vorfand. "Es dauerte nicht lange, bis wir erkannten, dass es sich um ein Kunstwerk des italienischen Malers Cimabue handelt. Er ist ein Vater der Malerei, daher kennen wir seine Arbeit sehr gut", erklärte Jerome Montcouquil von Actéon gegenüber CNN. "Es gibt nur elf seiner Bilder auf der Welt - sie sind selten", so der Experte.

Das nun entdeckte Werk sei Teil einer im Jahr 1280 entstandenen Gemälde-Reihe, die die Passion und Kreuzigung Christi zeigt. Es trägt den Titel "Der verspottete Christus". Woher die Besitzerin das Bild hat, weiß sie selbst nicht mehr. Sie hielt es für eine gewöhnliche Ikone. "Selbst wenn das Gemälde düster wirkt, zeigt es eine Vielzahl von Emotionen in den Gesichtern und den Gesten", erklärte der Kunstgutachter Turquin gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Er schätzt den Wert des Bildes auf vier bis sechs Millionen Euro. Es soll nun am 27. Oktober versteigert werden. Trotz einer Staubschicht sei das Gemälde in einem "exzellenten Zustand", heißt in einer Pressemitteilung des Auktionshauses. Es wird laut Montcouquil das erste Cimabue-Gemälde sein, das versteigert wird.

Dieses Werk des italienischen Malers Cimabue hing jahrelang unerkannt in der Küche einer alten Dame 
Dieses Werk des italienischen Malers Cimabue hing jahrelang unerkannt in der Küche einer alten Dame 
© Philippe Lopez / AFP

Weitere Teile der Gemälde-Reihe in London und New York 

Die National Gallery in London beherbergt bereits eine weitere Szene aus der Gemälde-Reihe. Das Bild mit dem Titel "Die Jungfrau und das Kind mit zwei Engeln" hat das Museum im Jahr 2000 erworben. Ein weiteres Teil - "Die Geißelung Christi" - befindet sich in dem Kunstmuseum Frick Collection in New York.

Cimabue, der mit bürgerlichem Namen Ceno Di Pepo (1272-1302) hieß, war in Florenz und Rom als Maler und Mosaizist tätig. Mit seiner Malerei trug er zur Überwindung des strengen byzantinischen Formalismus in der italienischen Malerei bei.

ivi

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