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Angeblicher Lunch vor armen Kindern: Brasilianischer Präsidentensohn verbreitet gefälschtes Bild von Greta Thunberg

Greta Thunberg verschlingt genüsslich ein Sandwich und arme Kinder müssen ihr dabei zuschauen: Dieses Bild verbreitete der Sohn des brasilianischen Präsidenten auf Twitter. Doch es ist eine Fälschung. 

Eduardo Bolsonaro, der Sohn des brasilianischen Präsidenten, ist kein Fan von Greta Thunberg

Eduardo Bolsonaro, der Sohn des brasilianischen Präsidenten, ist kein Fan von Greta Thunberg

AFP

Mit ihrer Rede vor den Vereinten Nationen hat sich Greta Thunberg nicht nur Freunde gemacht. Die schwedische Klimaaktivistin warf den führenden Politikern dieser Welt unter anderem vor, ihre Kindheit gestohlen zu haben und trat damit so einigen auf die Füße. Offenbar auch Eduardo Bolsonaro, dem Sohn des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. 

Er twitterte nun ein Bild, das die 16-Jährige beim Lunch in einem Zug zeigt. Im Hintergrund sind arme Kinder zu sehen, die Thunberg scheinbar beim Essen zuschauen. Doch das Bild ist gefälscht. Das Original zeigt statt der Kinder einen Wald. 

Begleitet wurde das gefälschte Bild von einem Zeitungsartikel, in dem darüber spekuliert wird, dass der Milliardär George Soros die Klimaaktivistin finanzieren könnte. "'Du hast meine Kindheit gestohlen ...', sagte ein von der George Soros Open Society finanzierte Mädchen", schrieb Bolsonaro sarkastisch dazu. 

In rechtspopulistischen Kreisen ist die Verschwörungstheorie, Soros sei der heimliche Anführer einer Gruppe von Liberalen, die einen massiven Einfluss auf die globalen Angelegenheiten haben, weit verbreitet. Dafür, dass er Thunberg finanziert, gibt es allerdings keine Hinweise. 

Eduardo Bolsonaro will Botschafter werden 

Mit der Verbreitung des gefälschten Bildes hat sich Bolsonaro allerdings selbst ins Fleisch geschnitten. Der Mitglied der Abgeordnetenkammer und Mitglied der Sozialliberalen Partei bemüht sich derzeit um den Posten des brasilianischen Botschafters in den Vereinigten Staaten.

Die brasilianische Senatorin Eliziane Gama bezeichnete seinen Post als "große Verantwortungslosigkeit". Sie gehört der Kommission für auswärtige Beziehungen an, die darüber entscheiden wird, ob Bolsonaros Bewerbung angenommen wird. Seine Chancen hat er wohl somit um einiges geschmälert. 

"Fake News sind ein Übel der heutigen Zeit, das in jeder demokratischen Gesellschaft bekämpft werden muss. Es ist etwas, das wir nicht akzeptieren, insbesondere wenn es von einem Offiziellen verbreitet wird", so Gama laut der Zeitung "Jornal Nacional".

ivi