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Morde von Jugendlichen: Junge Frauen werden häufiger zu Mordopfern? Wie die Statistik wirklich aussieht

Der Mordfall Susanna und einige andere Fälle in jüngster Vergangenheit scheinen viele Befürchtungen zu bestätigen: Junge Frauen werden immer häufiger zu Mordopfern. Doch die Kriminalstatistik belegt das nicht.

Es ist ein Phänomen unserer Zeit: Gefühlt wird die Sicherheitslage in Deutschland immer schlechter; gepaart mit der Befürchtung, dass vor allem Flüchtlinge die Täter seien. Aktuell scheint der schreckliche Mord an der erst 14-jährigen Susanna diese Befürchtungen zu bestätigen - nicht zuletzt in Verbindung mit ähnlichen Verbrechen in jüngster Vergangenheit, die ebenfalls hohe Aufmerksamkeit erzielten. Die Statistik aber liefert keine Grundlage für die gefühlte Verunsicherung. 

Tatsächlich ist die Zahl der weiblichen Mordopfer unter 18 Jahren im großen Trend deutlich zurückgegangen - und hat sich im Vergleich zum Jahr 2009 sogar halbiert (während die Zahl aller Mordopfer in den vergangenen beiden Jahren tatsächlich angestiegen ist). Psychologen haben eine Erklärung für die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und belegbaren Daten: "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir Wahrnehmungsfehlern unterliegen und zur Überschätzung der tatsächlichen Zustände neigen, wenn es um den Zusammenhang von Kriminalität und bestimmten Gruppen geht", so der Sozialpsychologe Ulrich Wagner.

Was ist ein Mordfall gemäß § 211 StGB?

In der Grafik abgebildet werden  gemäß Paragraf 211 StGB. Demnach ist der Tatbestand des Mordes erfüllt, wenn aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, ein Mensch getötet wird. Insgesamt entsprachen 2017 15 Fälle mit jungen weiblichen Opfern diesem Tatbestand, darunter 14 Mädchen (unter 14 Jahren) und eine Jugendliche (14 bis 18 Jahre).

dho/Statista / DPA