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Tod durch Höhenkrankheit: Bergsteiger ließ seine Ehefrau am Mount Everest zurück

Das Paar hatte den Gipfel des Mount Everest fast erreicht, dann brach die Bergsteigerin zusammen. Ihr Mann ging trotzdem weiter, die Frau starb wenig später. Nun macht sich der Australier schwere Vorwürfe.

Der australische Bergsteiger Robert Gropel kurz nach seiner Rettung im nepalesischen Kathmandu

Der australische Bergsteiger Robert Gropel kurz nach seiner Rettung im nepalesischen Kathmandu

Jedes Jahr versuchen Hunderte Bergsteiger den Aufstieg auf den Mount Everest. Auch das australische Ehepaar Robert Gropel und Maria Strydom brach vor kurzem auf, um den mit 8848 Metern höchsten Berg der Welt zu erklimmen. Die beiden hatten schon fast den Gipfel erreicht, als Strydom zusammenbrach - sie hatte die Höhenkrankheit bekommen. Gropel ließ seine Frau zurück und bestieg den Gipfel allein. Beim gemeinsamen Abstieg am 21. Mai starb Strydom schließlich. Ihr Tod hatte ein großes Medienecho ausgelöst.

Robert Gropel sprach nun erstmals im australischen Fernsehen über das Drama am Mount Everest. Er mache sich schwere Vorwürfe, sagte er dem Fernsehsender Channel Seven. "Es wäre meine Aufgabe gewesen, meine Frau zu beschützen und sie sicher nach Hause zu bringen. Es ist normal, dass ich mir die Schuld gebe."

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Gropel bestieg Gipfel des Mount Everest allein

Gropel und Strydom hatten sich den Angaben zufolge mehr als ein Jahr auf die Expedition vorbereitet. Der Aufstieg auf die Spitze des Berges, den Gropel schließlich allein unternahm, habe ihm nichts bedeutet, sagte er unter Tränen. "Es war nichts besonderes, denn sie war nicht dabei. Ich lief einfach hoch und wieder runter, und es bedeutete mir rein gar nichts." 

Der Australier sagte, er verstehe noch immer nicht, was passiert sei. Beim Abstieg habe seine Frau zunächst noch laufen können. "Sie fühlte sich stark. Sie lief langsam, aber es war okay. Wir unterhielten uns." Dann habe sich ihr Zustand rapide verschlechtert, Strydom halluzinierte. Sie starb in den Armen ihres Mannes. Robert Gropel, dem es körperlich ebenfalls sehr schlecht ging, wurde von Rettungseinheiten vom Berg geflogen.

Strydom wollte nicht nur Mount Everest besteigen

Strydom, eine erfahrene Bergsteigerin, hatte vor ihrem Aufbruch zum Mount Everest angekündigt, neben diesem auch die übrigen der sogenannten Seven Summits zu besteigen, die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente.

Sie und ihr Mann würden die Expedition auch unternehmen, weil sie sich als Veganer ständig Fragen ausgesetzt sähen, ob sie mangelernährt seien. "Indem wir die sieben Gipfel besteigen, wollen wir beweisen, dass Veganer alles können", hatte sie laut einem Blog-Eintrag der australischen Monash Business School gesagt, wo sie einen Lehrauftrag hatte. 

Mindestens fünf Menschen starben während der am vergangenen Mittwoch beendeten Klettersaison am Mount Everest. Neben der Australierin Strydom kamen drei Inder und ein Niederländer ums Leben.

kis mit DPA
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