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Baden-Württemberg Mysteriöser Tod von zwölf Schlittenhunden – jetzt ermittelt die Polizei

Ein Siberian Husky
Ein Siberian Husky (Symbolbild). In Baden-Württemberg starb ein Dutzend Schlittenhunde, während sie nachts in Boxen untergebracht waren.
© McPHOTO/A. Schauhuber / Picture Alliance
In Baden-Württemberg sollte eigentlich im Dezember ein Schlittenhunde-Rennen stattfinden. Doch das fällt aus. Grund ist der Tod von zwölf Tieren binnen einer einzigen Nacht.

Wer vergiftet ein halbes Rudel Schlittenhunde? Und wurden sie wirklich vergiftet oder gibt es eine andere Todesursache? Diese Fragen beschäftigen nicht nur Tierfreunde im Süden Deutschlands, nachdem in Dobel im Landkreis Calw zwölf Huskys offenbar getötet wurden. Unter anderem die "Bild"-Zeitung, der "Schwarzwälder Bote" und die Nachrichtenagentur dpa berichten über den Fall, in dem die Polizei wegen des Verdachts auf Tierquälerei ermittelt.

Die toten Hunde seien am Dienstag "auf einem Grundstück im nördlichen Landkreis Calw" ausgegraben worden, um die genaue Todesursache feststellen zu können, sagte ein Polizeisprecher laut dpa.

Ereignet habe sich der Vorfall bereits im vergangenen Monat, hieß es weiter. Was aber genau geschehen ist, wer Anzeige erstattete und gegen wen sich diese richte, sagte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Sicherheit der Schlittenhunde nicht mehr gewährleistet – Rennen fällt aus

Der tragische Fall hat auch weitreichende Konsequenzen für die Freunde des Schlittenhunde-Sports. Eigentlich war für Dezember ein Rennen geplant. Dieses wurde jedoch vergangene Woche vom Verband Deutscher Schlittenhundesportvereine (VDSV) abgesagt.

Da die Tiere augenscheinlich vergiftet worden seien, könne die Sicherheit von Schlittenhunden im Rennort Dobel nicht gewährleistet werden, hieß es in einer Begründung der Absage des VDSV bei Facebook.

Laut dem Post hatte eine Schlittenhunde-Besitzerin die Tiere gemeinsam mit weiteren Hunden nach Dobel gebracht, dort vorschriftsmäßig versorgt, auf dem Gelände herumlaufen lassen und für die Nacht wie immer in Boxen untergebracht. Am nächsten Morgen habe sie zwölf der insgesamt 26 Hunde tot vorgefunden. Zwei Tieren sei es sehr schlecht gegangen. Diese Hunde hätten aber noch in eine Tierklinik gebracht werden können, wo sie intensiv behandelt wurden.

Seltsam war laut dem Verband, dass manche Tiere tot waren, andere aber bei guter Gesundheit. Teilweise habe sich ein toter Hund neben einem lebenden in derselben Box befunden, heißt es in der VDSV-Stellungnahme weiter. Der älteste getötete Hund sei 13 Jahre alt gewesen, der jüngste zehn Monate.

Die genaue Todesursache könne nicht festgestellt werden, da man die Tiere nach dem Vorfall im Juli nicht pathologisch untersucht habe. Jedoch habe der Verband die Blutwerte einem verbandsfremden Tierarzt zur Verfügung gestellt. Dessen schriftlicher Bericht lege eine Vergiftung mit einer unbekannten Substanz nahe. Sauerstoffmangel sei dagegen wahrscheinlich nicht die Todesursache der Tiere, schreibt der Verband.

Von den Ermittlungen der Polizei und der Absage des Rennens habe er erst aus der Presse erfahren, sagte der Bürgermeister von Dobel, Christoph Schaack, der dpa. Eigentlich war das Rennen für das Wochenende des 11. und 12. Dezember geplant gewesen.

Quellen:VDSV, "Schwarzwälder Bote", "Bild.de", Welt.de", dpa

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