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Auf Insel vor Indien gestorben: Das ist der Mann, der einem indigenen Volk Jesus bringen wollte. Sie töteten ihn mit Pfeil und Bogen

Er kam, um zu predigen. Doch dieses Unterfangen bezahlte ein Amerikaner mit dem Leben. John Allen Chau starb durch Pfeile auf einer entlegenen Insel im Indischen Ozean. Was trieb ihn an?

Auf Insel vor Indien gestorben: Das ist der Mann, der einem indigenen Volk Jesus bringen wollte. Sie töteten ihn mit Pfeil und Bogen

Die indischen Behörden stehen vor einem Dilemma: Wie sollen sie einen Leichnam bergen, der auf einer Insel liegt, die sie gar nicht betreten dürfen? Vergangene Woche war der US-Amerikaner John Allen Chau am Strand der entlegenen Insel North Sentinel Island an Land gegangen. Als er die Bewohner aufsuchte, habe der 27-Jährige gerufen: "Mein Name ist John. Ich liebe euch und Jesus liebt euch."

Doch als er die Insel betrat, um Kontakt mit den Menschen aufzunehmen, griffen diese zu den Waffen. Laut Berichten von Fischern starb der junge Mann durch einen Pfeilschuss. Seine Leiche soll nun vergraben am Strand liegen. Eigentlich ist der Zutritt zum Eiland in den Weiten des Indischen Ozeans untersagt. Per Beschluss sind die Bewohner von der Außenwelt abgeschottet. Kontakt wollen sie nicht haben, als indigenes Volk stehen sie unter besonderem Schutz. Der 27-jährige Chau setzte sich darüber hinweg.

John Allen Chau wusste von der Gefahr

Die indische Polizei kann bisher den genauen Tathergang nur in Bruchstücken rekonstruieren. Doch es wird immer klarer, warum sich John Allen Chau auf eine solch gefährliche Reise begab. Er war nach Medienberichten entschlossen, das Inselvolk zum Christentum zu bekehren. "Ihr werdet mich für verrückt halten, aber ich denke, dass es sich lohnt", schrieb Chau demnach in einem Brief an seine Eltern. "Bitte seid nicht wütend auf sie oder auf Gott, wenn ich getötet werde." Der 27-Jährige fügte jedoch hinzu: "Gott, ich will nicht sterben."

Anhand eigener Schilderungen und Äußerungen seiner Freunde, lässt sich das Bild eines jungen Mannes zeichnen, der sowohl von Abenteuerlust als auch christlichem Sendungsbewusstsein beseelt war. In einem Interview mit dem Portal "The Outbound Collective" aus dem Jahr 2014 sagte er, Afrika-Reisende wie David Livingston seien seine Vorbilder. Er liebe es, auf Entdeckungsreisen zu gehen. Schon damals gab er an, Jesus habe ihn inspiriert.

North Sentinel Island war sein Traumziel

Während seiner Zeit an der Uni, habe er sich der "Covenant Journey" angeschlossen, berichtet der Sender CNN. Die christliche Organisation veranstaltet Reisen nach Süd-Afrika oder auch Israel. Der Vorsitzende beschreibt Chau als jemanden, der die "Menschen und Jesus liebe". "Er war gewillt sein Leben zu lassen, um die Menschen auf North Sentinel zu missionieren", erklärte er in einer Mitteilung.

Chau scheint ein ganz besonderes Verhältnis zu North Sentinel Island gehabt zu haben. So betonte er 2014, er wolle dorthin unbedingt zurückkehren. Ein Tagebuch-Eintrag, den die "Washington Post" nach seinem Tode veröffentlichte, zeigt, wie er über die Insel dachte: "Herr, ist diese Insel Satans letzte Festung, wo niemand Dein Wort vernommen hat?"

Freunde bezeichnen ihn als "Märtyrer"

Getrieben von der Idee das Wort Gottes zu predigen, unternahm Chau zwei Kontaktversuche zu den Insel-Bewohnern. Als er mit seinem Kanu auf der Insel das erste Mal anlegte, habe er eine Bibel dabei gehabt sowie Fisch und Fußbälle als Geschenke. Schon damals vertrieben ihn die Bewohner mit Pfeilen. Doch dieser Empfang hielt ihn nicht davon ab, am nächsten Tag wieder die Insel zu besuchen. Obwohl sich Chau über Gesetze hinwegsetzte und den Kontakt-Versuch mit seinem Leben bezahlte, feiern ihn Freunde auf Instagram als "Märtyrer".

Auf Chaus Instagram-Seite wurde im Namen der Familie eine Erklärung veröffentlicht. Darin wurde versichert, der 27-Jährige habe "nichts als Liebe für das Volk der Sentinelesen gehabt." "Wir verzeihen denjenigen, die Berichten zufolge für seinen Tod verantwortlich sind", hieß es weiter.  

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John Allen Chau

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Die Bergung von Chaus Leiche gestaltete sich mithin schwierig. Die indische Polizei bezog in ihre Bemühungen Anthropologen, Forstbeamte und auf Ureinwohner spezialisierte Sozialarbeiter ein. "Wir müssen aufpassen, dass wir sie nicht stören", sagte der örtliche Polizeichef Dependra Pathak der Nachrichtenagentur AFP. Ein Schiff und ein Hubschrauber seien losgeschickt worden. Sie hätten den Abstand zur Insel eingehalten und die Leiche noch nicht entdeckt.

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