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Raub-Serie: Nach 17 Überfällen: Schwedischer Akademiker im Bankräuber-"Paradies" verurteilt

Ein 54-jähriger Schwede wurde in Wien verurteilt. Er hat die größte Raub-Serie eines Einzeltäters in Österreich zu verantworten und muss dafür jahrelang ins Gefängnis.

Polizei-Auto der Polizei in Wien (Österreich)

Polizei-Auto der Polizei in Wien (Österreich)

DPA

Erst studierte er Deutsch, dann wurde er zum Bankräuber: Ein 54 Jahre alter schwedischer Sprachwissenschaftler hat die größte Raub-Serie eines Einzeltäters in Österreich zu verantworten und muss dafür bald ins Gefängnis. Der 54-Jährige wurde am Freitag vom Wiener Landesgericht zu 12,5 Jahren Haft verurteilt. Der Mann hatte zwischen August 2009 und April 2018 insgesamt 17 Überfälle auf Banken, Postämter und Apotheken in Wien, Linz und Graz verübt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

54-Jähriger hörte, dass Österreich ein "Paradies" für Bankräuber sein soll

Der 54-Jährige sagte vor Gericht, dass er keine andere Möglichkeit gesehen habe, um über die Runden zu kommen. Nach seinem Studium habe er in Schweden beruflich nicht Fuß fassen können. Er wollte dort als Übersetzer arbeiten, an Aufträgen mangelte es aber. Stattdessen wurde er darauf aufmerksam, dass Österreich ein "Paradies" für Bankräuber sein soll. In den 90er Jahren war er in Dänemark und Schweden bereits kriminell in Erscheinung getreten. 

Bei seinem ersten Überfall im Jahr 2009 auf eine Bank in Wien erbeutete der Mann nur 20 Euro, insgesamt kam bei den 17 Vorfällen letztlich eine Summe von 186.000 Euro zusammen. "Aufhören war keine Option", sagte der Mann vor Gericht. Die Alternative wäre aus seiner Sicht "dauerhafte Arbeitslosigkeit" gewesen: "Ich wäre untergegangen." Vor den Überfällen maskierte sich der Schwede stets mit Schal, Wollhaube oder Sonnenbrille und bewaffnete sich mit einem Schreckschuss-Revolver oder einer Softair-Waffe.

Touristen überwältigen bewaffneten Räuber

Auf die Schliche kam man dem Mann, der nach eigenen Angaben als Einzelgänger ohne Familie und Freunde lebte, nachdem ein Bericht über die Serie in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" ausgestrahlt wurde. Es meldete sich zwar nur ein Hinweisgeber - doch dessen Informationen reichten aus, um den Täter in Berlin festzunehmen.

fs / DPA
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