Pakistan 150.000 droht der Hungertod


In Pakistan droht eine humanitäre Katastrophe: Überschwemmungen nach sintflutartigem Regen verwüsten das Land und haben schon Hunderte in den Tod gerissen.

Überschwemmungen nach sintflutartigem Regen sowie Schnee- und Schlammlawinen haben in Pakistan mindestens 160 Menschen in den Tod gerissen. In Elahi in Nordpakistan drohen 150 000 Einwohner zu verhungern, weil sie nach Dauerregen seit mehr als einer Woche völlig von der Außenwelt abgeschnitten sind. Allein in Kaschmir im Norden Pakistans starben mindestens 41 Menschen durch eine Lawine. Tausende seien durch die Unwetter der vergangenen Tage obdachlos geworden, berichteten die Behörden am Samstag.

"Die Hauptstraße nach Elahi wurde durch den Dauerregen weggeschwemmt, so dass es keine Verbindung zu den 150 000 Einwohnern gibt, denen der Hungertod droht", sagte ein Sprecher der betroffenen Region der dpa am Samstag. Den Verantwortlichen in der 160 Kilometer entfernten Hauptstadt Islamabad warf er vor, trotz der Anfragen der örtlichen Vertreter keine Vorsorge für den Notfall getroffen zu haben. Der gesamte Norden Pakistans ist nach tagelangen Schneefällen völlig vom Rest des Landes abgeschnitten.

Die meisten wurden im Schlaf getötet

Mindestens 41 Menschen, darunter 24 Frauen, kamen ums Leben und 5 Dorfbewohner wurden verletzt, als eine Lawine in Teilen des Nealam Tals in Kaschmir niederging. Ein Sprecher der Polizei in Muzzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanischen Teils von Kaschmir, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag, die meisten Opfer seien im Schlaf von den Schneemassen getötet worden. Der seit Tagen andauernde Schneefall erschwere zudem die Rettungsarbeiten in dem ohnehin schwer zugänglichen Gebiet.

Im Süden des Landes, wo nach einem Dammbruch mindestens 80 Menschen ums Leben kamen und mehrere hundert noch immer vermisst werden, hat die Regierung inzwischen mit Hilfslieferungen begonnen. Die Flut hatte bei Pasni, etwa 600 Kilometer südlich der Großstadt Quetta, ganze Dörfer und ein 40 Kilometer langes Autobahnstück weggeschwemmt.

DPA


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