HOME

Paraguay: Trauernde suchen in den Trümmern

Nach der schweren Brandkatastrophe in Paraguay suchen immer noch Angehörige nach Vermissten in den Trümmern des Supermarktes. Ursache für das Unglück könnte ein Gasleck gewesen sein.

Nach der verheerenden Brandkatastrophe in einem Supermarkt in Paraguay mit 464 Toten hat die Staatsanwaltschaft den Geschäftsinhaber und fünf weitere Personen der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Die Vorwürfe richten sich gegen Geschäftsinhaber Juan Pio Paiva, einen Partner und vier Wachmänner, wie der Fernsehsender Kanal 13 berichtete. Ursache für das Flammeninferno sei möglicherweise ein Leck in einer Gasleitung gewesen, erklärte der paraguayische Innenminister Orlando Fiorott am Mittwoch.

Keine Hinweise auf Brandstiftung

Durch das ausströmende Gas hätten sich die Flammen rasend schnell in dem Supermarkt ausgebreitet, sagte Fiorott. Hinweise auf absichtliche Brandstiftung oder Sabotage gebe es nicht. Die Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, betonte der Minister.

Richter Pedro Dario Portillo ordnete Untersuchungshaft für Paiva an, wie Kanal 13 am Dienstag berichtete. Der Geschäftsinhaber wurde am Dienstag in ein Gefängnis bei AsunciOn gebracht. "Mein Gewissen ist rein!", rief er und beteuerte vehement seine Unschuld. Eine Entscheidung des Gerichts zu Vorwürfen gegen Paivas Sohn Victor Daniel steht dem Sender zufolge noch aus.

Wer hat die Schließung der Ausgänge angeordnet?

Die Vorwürfe stützen sich auf die Aussage eines Wachmanns, wonach die Geschäftsleitung bei Ausbruch des Feuers am Sonntag die Türen verschließen ließ. Damit habe verhindert werden sollen, dass Kunden den Laden verließen, ohne zu zahlen. Wer die Schließung der Ausgänge anordnete, wisse der Zeuge aber nicht, erklärte Staatsanwalt Edgar Sanchez.

In dem Flammeninferno starben nach Behördenangaben 464 Menschen, 409 weitere wurden noch in Krankenhäusern behandelt. Die Brandkatastrophe ist damit eine der schwersten in dem lateinamerikanischen Land seit Jahrzehnten.

Angehörige suchen noch immer nach Opfern

Zwei Tage nach dem Unglück suchten Angehörige in den Trümmern des Supermarktes am Dienstag weiter nach Vermissten, viele Menschen ließen ihre Toten bestatten. Mehrere Trauernde wurden von Behörden gebeten, ihre Familienmitglieder außerhalb von AsunciOn zu begraben, wie Augenzeugen berichteten. Die Friedhöfe organisierten zusätzliche Helfer, um Gräber auszuheben, bei zahlreichen Floristen waren Blumen ausverkauft.

AP / AP / DPA