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Polizeigewerkschaft rügt Loveparade-Sicherheitskonzept Materielle Interessen vor Sicherheit


Deutsche Polizeigewerkschaften haben nach der Massenpanik auf der Loveparade das Sicherheitskonzept der Veranstalter heftig kritisiert.

Die Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen hat den Veranstaltern der Loveparade eine teils fahrlässige Vorbereitung vorgeworfen. Die 19 Toten und 342 Verletzte seien Opfer "materieller Interessen eines Veranstalters, der unter dem Deckmäntelchen der "Kulturhauptstadt 2010"" Druck ausgeübt habe, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Wolfgang Orscheschek, am Sonntag in einer Mitteilung.

Duisburger Stadtpolitiker seien "in die Enge getrieben" worden, so dass sie zur Loveparade trotz eindringlicher Warnungen aus dem Sicherheitsbereich nur "ja" sagen konnten. Polizei und Feuerwehr "haben im Vorfeld ihre Vorbehalte geäußert", sagte Orscheschek, der zugleich Kreisvorsitzender Duisburg der Gewerkschaft ist.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat das Sicherheitskonzept der Veranstalter heftig kritisiert. Es sei sehr gefährlich, bei Massenveranstaltungen das Gelände fast komplett einzuzäunen, sagte

Der stellvertretende Berliner GdP-Vorsitzende, Michael Reinke, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Bei der Loveparade in der Hauptstadt bis zum Jahr 2006 habe es dagegen weite Ausweichflächen im Berliner Tiergarten gegeben. Ein Tunnel als einziger Fluchtweg habe in Duisburg zur Katastrophe geführt: "Dort fühlt man sich eh schon eingeengt. Bei einer Panik verhalten sich die Massen wie eine Rinderherde."

DPA DPA

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